Europeana: Europäisches Kulturerbe bald online

Europeana: Europäisches Kulturerbe bald online

netzwelt: In welchen Formaten werden sich die Werke auf den Seiten befinden?

Viviane Reding: Europeana wird auf nutzerfreundliche, offene und interoperable Text-, Audio-, Bild- und Video-Formate setzen, die möglichst vielen Interessenten einen möglichst einfachen Zugang zu den Inhalten der digitalen Bibliothek Europas ermöglicht.

Werbung

netzwelt: Es hat den Anschein, als ob Suchmaschinen-Gigant Google seit einiger Zeit jedes Buch einscannt, das ihm unter die Finger kommt. Haben Sie keine Angst, dass Googles "Library Project" die Europeana bald überflüssig macht?

Viviane Reding: Ich selbst zähle mich nicht zu den kulturpessimistischen Google-Kritikern. Das Google-Buchprojekt zeigt, was technisch heute möglich ist, und ist daher ein wichtiger Beitrag aus der Wirtschaft zur Innovation und zu mehr Inhalten im Internet. Ich habe bewusst neben Vertretern der Kulturinstitutionen und der Rechteinhaber auch Experten von Google in die Gruppe der hochrangigen Experten berufen, welche die Kommission bei der Entwicklung des Projekts der Europäischen Digitalbibliothek beraten haben.

Auch Experten von Google in die Gruppe der hochrangigen Experten berufen
Reding: Ich habe auch Experten von Google in die Gruppe der Experten berufen.

Am Beispiel des Google-Buchprojekts zeigen sich aber auch mehrere Grenzen für rein kommerzielle Digitalisierungs-Vorhaben. Lernen sollte man daraus an erster Stelle, dass eine umfangreiche Digitalisierung nur in enger Zusammenarbeit mit Autoren und anderen Rechteinhabern möglich ist, wobei neue Rechte-Lizenzierungsformen sicherlich noch nicht zur Genüge ausprobiert worden sind. Europeana hat dabei den groβen Vorteil, dass es im Wesentlichen auf Inhalten aufbaut, die Bibliotheken, Museen und Archiven zur Verfügung gestellt worden sind, die also meist bereits in der "public domain" sind.

Ein weiterer, unschlagbarer Vorteil von Europeana ist, dass dieses Projekt von Experten der nationalen Bibliotheken Europas geleitet wird. Es werden also nicht einfach nur digitalisierte Inhalte wild ins Internet gestellt, sondern dies geschieht in geordneter Weise nach wissenschaftlichen Kriterien. Der Nutzer profitiert davon, da er auf Europeana so Bücher, Filme und Gemälde - wie in einem virtuellen Museum - in ihrem kulturellen und historischen Kontext entdecken kann.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Ich weiß zwar nett was das für ne seite mal werden soll aber die is gut!!!

Eigenen Kommentar schreiben