Europa bekommt eine große digitale Bibliothek

Europeana: Europäisches Kulturerbe bald online

Europeana: Europäisches Kulturerbe bald online Europas digitale Bibliothek öffnet im November auf www.europeana.eu ihre Pforten. Über zwei Millionen Ausstellungsobjekte sind für den ersten Livegang geplant. 120 Millionen Euro lässt sich die die Europäische Union dieses Projekt bis 2010 kosten. Das ruft nicht nur reflexartig die Euro-Skeptiker auf den Plan, sondern wirft auch jede Menge Fragen auf. Die Bücherwürmer von netzwelt haben sich vorab schon mal im Lesesaal umgesehen und bitten die verantwortliche EU-Kommissarin, Viviane Reding, zur Unterredung über das vielleicht ehrgeizigste digitale Projekte der Europäischen Union.

netzwelt: Frau Reding, benötige ich einen Leihausweis, um ein Objekt in der Europeana ausleihen zu dürfen?

Vivane Reding im Interview Viviane Reding: Natürlich nicht. Europas digitale Bibliothek macht sich die Vorteile des Internets zunutze. Europeana wird jedermann, der eine Internetverbindung hat, durch einfachen Mausklick Zugang zur kulturellen Vielfalt Europas geben - und das kostenfrei.

netzwelt: Die Deutsche Nationalbibliothek hat den Auftrag, alle in Deutschland veröffentlichen Werke zu erfassen. Wie lautet der Auftrag der Europeana?

Viviane Reding: Europeana ist das Ergebnis der erfreulich engen Zusammenarbeit der nationalen Bibliotheken, Museen und Archive der 27 EU-Mitgliedstaaten. Ziel ist es, die auf nationaler Ebene stattfindenden Digitalisierungsbemühungen zu koordinieren, zum Beispiel durch Verwendung gemeinsamer Formate und Standards und dabei Doppelarbeit zu vermeiden: Goethes "Faust" oder Victor Hugos "Les Misérables" sollten schließlich nur einmal und nicht 27mal digitalisiert werden.



Aufbauend auf dieser Vorarbeit wird Europeana ab November diesen Jahres ein gemeinsames, vielsprachiges Internet-Portal anbieten, über das jedermann Zugang zu den in Europa digitalisierten Werken haben wird, egal, ob diese von der französischen, spanischen oder ungarischen Nationalbibliothek oder von einem Museum in Finnland oder Griechenland zur Verfügung gestellt werden.

Die Deutsche Nationalbibliothek ist übrigens einer der maβgeblichen Träger und Motoren von Europeana. Frau Dr. Niggemann, die Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, ist seit 2005 Vorsitzende der Vereinigung der Europäischen Nationalbibliothekare und seit Ende 2007 Vorsitzende der European Digital Library Foundation in den Haag, welche die Arbeit an Europeana koordiniert.

Die digitale Bibliothek Europeana, noch
Die digitale Bibliothek Europeana, noch "nur" ein Showcase. Start ist im November.

netzwelt: Die Mitarbeit am Aufbau der Bibliothek ist freiwillig. Wie stellen Sie sicher, dass alle relevanten Bibliotheksinhalte für die digitale Bibliothek bereit gestellt werden?

Viviane Reding: Ich setze hier auf zweierlei: zum einen auf einen fruchtbaren Wettbewerb zwischen Europas kulturellen Institutionen aus 27 Mitgliedstaaten. Zum anderen auf den lebhaften Dialog mit den Nutzern der digitalen Bibliothek, die Europeana ohne Zweifel mit Anregungen und Internet-Anfragen nur so überschütten werden, um auf dieses oder jene Buch, Gemälde oder Musikstück bald über Europeana zugreifen zu können.

netzwelt: Sie wittern also eine große Chance für die Europeana durch den Zugriff von möglichst vielen Nutzern. Wie viele Sprachen wird die Bibliothek denn sprechen?

Viviane Reding: Die Europäische Union hat 23 offizielle Sprachen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass über kurz oder lang Europeana interessierten Nutzern auch Texte wie die auf Nordfriesisch verfasste Komödie "Di Söl'ring Pir'rersdei" ("Der Sylter Petritag") von Jap Peter Hansen, das Sorbische Lesebuch ("Serbska čitanka") von Kito Lorenc oder das Gedicht "Wödaschwüln" der niederbayerischen Mundart-Dichterin Emerenz Meyer zur Verfügung stellen wird. Persönlich hoffe ich, dass bald auch Werke in meiner Muttersprache Lëtzebuergesch in digitaler Form verfügbar sein werden.

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Ich weiß zwar nett was das für ne seite mal werden soll aber die is gut!!!

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