Fauler Zauber: US-Forscher mit Tarnmänteln

"Mit Tarnkappen haben diese Ergebnisse nichts zu tun"

Im Jahe 2007 erreichten Wissenschaftler der Universität Karlsruhe erstmals das Ablenken von sichtbarem Licht. Allerdings nicht für den gesamten sichtbaren Bereich, sondern nur für rotes Licht. Die Euphorie, die sich derzeit angesichts der Vorstellung von Tarnumhängen durch die Medien zieht, kann Doktor Stefan Linden vom Institut für Angewandte Physik an der Universität Karlsruhe nicht verstehen: "Die Berkeley-Arbeit ist sicherlich spannend und enthält für die Grundlagenphysik interessante Ideen. Aber mit der Entwicklung von Tarnmänteln hat diese Arbeit nichts zu tun."

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Die Methode, mit der die Berkeley-Forscher ihre Meta-Materialien herstellen, sei völlig ungeeignet für die Produktion von Tarnkappen oder ähnlichem. Die Fischnetzstruktur, die die Wissenschaftler bei ihren Versuchen einsetzen, haben die Karlsruher Forscher mit weniger Lagen in ihren Versuchen ebenfalls schon aufgebaut.

Herausforderung: Flexibles Material zur Tarnung von Menschen

Was also nach einem großen Schritt in Richtung Tarnkappen-Technologie klingt, könnte genauso gut eine Sackgasse sein. Selbst Berkeley räumt ein: Anders als der berühmte Mantel von Harry Potter bestünden die Meta-Materialien zum Großteil aus unflexiblem Metall und seien sehr fragil. "Es dürfte zudem eine große Herausforderung sein, die entwickelten Materialien großflächig herzustellen", heißt es in der Pressemitteilung.

berkeley meta-materialien
Die eingesetzten Meta-Materialien haben eine winzige Netz-Struktur.

Zuschüsse erhält Berkeley unter anderem vom amerikanischen Militär. Die Wunschvorstellung der amerikanischen Regierung wäre sicherlich, Soldaten und Fahrzeuge mit dem Tarnmaterial für den Feind unsichtbar zu machen. Bis dahin haben die Forscher jedoch einen langen Weg vor sich, dessen Ende noch nicht einmal in Sicht ist.

"Den großen Durchbruch, also dass es in zwei Jahren entsprechende Produkte zu kaufen gibt, sehe ich noch nicht", zweifelt Lindner von der Uni Karlsruhe. Abwerten möchte Lindner die Arbeit aus Berkeley damit keinesfalls. Im Gegenteil sei es toll zu sehen, wie viel Diskussionsstoff es plötzlich in einem recht alten Teilbereich der Physik gebe.

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