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11.08.2008
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Betriebssystem mit den vielen integrierten Google-Diensten

gOS: Das Gadget-OS mit dem Google-Drive

Jens Fliege

gOS: Das Gadget-OS mit dem Google-Drive

Die aktuelle Beta von gOS zeigt der Computerwelt, wohin die Reise geht: Dokumente werden via "Cloud Computing" im Servermeer abgelegt, Web-Applikationen lassen sich im Gegenzug nahtlos in den Desktop integrieren und Browser-Fenstern ist nicht mehr anzumerken, woher sie stammen.

Inhalt

  • gOS: Das Betriebssystem mit den vielen Google-Diensten
  • Aus Goobuntu wird gOS
  • Fazit

Wer erinnert sich noch? Anfang 2006 geisterte ein Gerücht durch die Foren und Newsticker des Netzes: Google baue an einem eigenen Betriebssystem, um Microsoft Paroli zu bieten. Goobuntu solle es heißen und den Markt der Desktop-PCs erobern.

So wie es zurzeit aussieht, setzt der Suchmaschinen-Gigant tatsächlich alles daran, um seine Vorstellung einer perfekten Arbeitsumgebung bis Ende des Jahres auf den Markt zu bringen. Es gibt allerdings einen Haken: Android, so der Name des Betriebssystems, ist nicht der 2006 erwartete Google-Knüller für den Desktop, sondern ein OS, das ausschließlich auf Handys läuft. Also Pech gehabt? Von wegen: Das Google-OS gibt es mittlerweile trotzdem, es ist nur nicht vom kalifornischen Branchen-Primus. Gerade in diesen Tagen ist die aktuelle Beta-Version erschienen.

Aus Goobuntu wird gOS

gOS ist David Lius Vision eines Betriebssystems mit maximaler Integration aller wichtigen Google-Applikationen. Liu gründete das Projekt 2007, als Google längst dementiert hatte, dass ein Betriebssystem für die Massen geplant sei. Goobuntu, das Quentchen Wahrheit hinter dem Gerücht, sei ausschließlich für den internen Gebrauch vorgesehen, ließ Google lapidar verlauten. "Wie gemein", dachte sich Liu und machte sich daran, ein eigenes OS auf Basis von Ubuntu zu entwickeln, das er Ende 2007 im Bundle mit diversen Wal-Mart Rechnern in den USA vermarkten konnte.

Der gOS-Desktop

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Der gOS-Desktop
(Klick vergrößert.)

Die aktuelle Beta nennt sich gOS 3 Gadget und gibt einen Hinweis darauf, wohin die Reise geht. Über 100.000 Gadgets sollen laut Veröffentlichungsnotiz von Liu über "Google Gadget" nach dem Versionssprung auf dem gestarteten Desktop zur Verfügung stehen. Das dafür notwendige Installationsprogramm "Google Gadget" und eine kleine Auswahl sind bereits vorinstalliert. Dabei haben sich die gOS-Macher für insgesamt sieben Widgets entschieden. Besonders auffällig ist der Blumentopf, eine Art Tamagotchi für Floristen. Wer ihn regelmäßig gießt, soll virtuelle Blütenträume kennenlernen. Ein Jammer nur, dass man die Tulpen nur schwer besprechen und noch weniger streicheln kann. Hier wäre ein Chat-Fenster für gutes Zureden angebracht gewesen.

Es gibt aber auch nützlichere Widgets auf dem gOS-Desktop. Der rote Ladebalken der Batterie-Anzeige, die rechts oben am Desktop klebt, deutet darauf hin, dass gOS sich gerne auf Netbooks einnisten möchte. Die restlichen Widgets beschäftigen sich mit WLAN, Wetter und Wissenswertem aus aller Welt.

Ob ein Taschenrechner auf dem Desktop nun in der Default-Konfiguration unbedingt notwendig gewesen wäre, ist zwar fraglich. Wichtig für Sie ist jedoch vor allem: Wenn Sie gOS in der Live-Umgebung starten oder erstmalig installieren, sollten Sie die Widgets, die Sie nicht mögen einfach weg klicken - schon um Platz für neue Widgets zu schaffen. Unter "Applications", "Zubehör" finden Sie den Eintrag "Google Gadget". Rufen Sie das Programmfenster auf. Dort können jede Menge weiterer Mini-Anwendungen für alle und keinen Zweck "genascht" werden.

Das Programmfenster von Google Gadget

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Das Programmfenster von Google Gadget
(Klick vergrößert.)

Im Hintergrund von gOS verrichtet ein Ubuntu 8.04.1 grundsoliden Dienst. Unwissende Nutzer werden dies höchstens in solchen Momenten erahnen, wenn Konfigurationsdialoge statt des bestimmenden frischen Lemmontea-Grün in die erdfarbene Ubuntu-Welt abtauchen. Wer Ubuntu bereits kennt, wird mehr Vertrautes sehen, denn gOS verwendet nicht mehr, wie in früheren Versionen, die Enlightenment Umgebung, sondern Gnome. Auch sonst erscheint vieles von Ubuntu her vertraut, wenn nur nicht diese massive Google-Präsenz wäre. Als ob Google im Netz nicht schon genug Aufmerksamkeit bekäme...

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News Flash, am 02.12.2008 09:48

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