Was DSL-Provider sagen und was sie damit meinen
Verlockende Fallen: Die Tricks der DSL-Anbieter
Jan Johannsen
Ist das Problem nicht akut und Sie haben noch eine Zugriffsmöglichkeit auf das Internet, dann kommen Sie dort an kostenlose Hilfe. Jeder Provider bietet auf seiner Homepage einen Hilfe oder FAQ-Bereich an, in denen häufige Fragen beantwortet und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Auch der Support per E-Mail ist nicht mit Kosten, aber dafür eventuell mit längeren Wartezeiten verbunden.
Kein Call-by-Call
Mit den Komplettangeboten der DSL-Provider (außer T-Home) sparen sie die Telekomgrundgebühr von 16,37 Euro für den Telefonanschluss. Allerdings schließen diese dann die Benutzung von günstigeren Call-by-Call-Anbietern aus und Sie müssen die Tarife des Providers bezahlen. Für Vieltelefonierer lohnt sich dann ein Blick auf die angebotenen Telefonflatrates (unter den oben genannten Gesichtspunkten).
Eine Alternative zu den Telefongebühren Ihres DSL-Providers ist die Internettelefonie mittels Voice-over-IP (VoIP) mit Programmen wie Skype oder WengoPhone. Problematisch ist die Nutzung von VoIP nur, wenn Ihr Provider diese in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ausgeschlossen hat, so wie T-Mobile bei den iPhone-Tarifen.
Drosselung von Filesharing
Neben Videoportalen verursacht der Dateitausch über P2P-Programme den meisten Internet-Traffic. Um ihre Kostenplanungen einhalten zu können, drosseln einige Anbieter die Datenübertragung für die P2P-Clients. Technisch ist das einfach umzusetzen, ohne dass andere Programme in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Anbieter müssen in ihren AGB auf diese Einschränkungen hinweisen. Trauen Sie den dortigen Angaben nicht, können Sie mit Hilfe eines Forschungsprojekts überprüfen, ob Ihr Provider Filesharing ausbremst.
Unnötige Zugaben als Lockmittel
Wenn Sie einen Vertrag abschließen, bekommen Sie von einigen Providern kostenlose Zugaben, die allerdings nach einem Testzeitraum kostenpflichtig werden - zum Beispiel Sicherheitspakete, die nach drei Monaten 4,90 Euro im Monat kosten, oder eine Handy-Flatrate, die in den ersten drei Monaten kostenlos ist. Diese Zusatzpakete braucht man im Normalfall nicht. Daher sollte man darauf achten, bei der Online-Bestellung eventuell automatisch gesetzte Haken zu entfernen. Ansonsten muss man den Gratis-Test innerhalb einer bestimmten Frist kündigen, was häufig vergessen wird.

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Mit vielen Ködern versuchen die Firmen Kunden zu fangen.
Hardware-Zugaben
Die subventionierte Hardware, die DSL-Provider an Neukunden ausgeben ist nicht immer die beste Variante. Vor allem bei Geräten, bei denen Sie zuzahlen, sollten Sie überprüfen, ob das Gerät die aktuellen Standards, wie den N-Standard beim WLAN, beherrscht, oder ob sie nicht zu einem identischen oder sogar geringeren Preis ein vergleichbares oder besseres Gerät im Handel erhalten.
Fazit
Vor allem bei Kompaktangeboten, die einem Rundum-Sorglos-Paket gleichen, siegt oft die Bequemlichkeit der Kunden. Lassen Sie sich nicht von verlockenden Angeboten übers Ohr hauen. Prüfen Sie die Details der Tarife genau und scheuen Sie nicht den Blick ins Kleingedruckte. Hier lassen sich auch ohne juristische Fachausbildung schnell die Nachteile der Angebote identifizieren.
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