Was DSL-Provider sagen und was sie damit meinen
Verlockende Fallen: Die Tricks der DSL-Anbieter
Jan Johannsen
Die bunten Prospekte der DSL-Anbieter überschlagen sich mit immer schnelleren Übertragungsgeschwindigkeiten und immer günstigeren Tarifen. Die Zahl der im Tarif enthaltenen Angebote und Zugaben ist oft ähnlich verlockend wie die Beispielrechnungen der Gesamtersparnis. Doch zwischen den großen, auffälligen Zahlen verstecken sich kleine Zahlen und Sternchen, hinter denen die DSL-Provider ihre verlockenden Angebote im Kleingedruckten einschränken.
Inhalt
- "bis zu"-Übertragungsgeschwindigkeiten
- Flatrate ist nicht gleich Flatrate
- Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen
- Vertragsverlängerung per Telefonmarketing
- Hohe Telefongebühren für Support-Hotline
- Kein Call-by-Call
- Drosselung von Filesharing
- Unnötige Zugaben als Lockmittel
- Hardware-Zugaben
- Fazit
Damit aus dem scheinbar günstigen Angebot kein Vertrag voller böser Überraschungen wird und Sie ohne Frustration surfen können, erklärt netzwelt, auf welche Tricks der DSL-Anbieter Sie achten müssen.
"bis zu"-Übertragungsgeschwindigkeiten
Die Übertragungsgeschwindigkeit ihrer DSL-Angebote bewerben die Provider intensiv. Dabei steht immer klein vor den großen Zahlen ein "bis zu". Das heißt, es handelt sich um die maximal erreichbare Geschwindigkeit und nicht um eine garantierte Übertragungsrate. Die wirkliche Geschwindigkeit kann wesentlich langsamer sein und hängt unter anderem von den Leitungen in Ihrer Wohngegend ab.
Je mehr Leitungen an einen Verteilerpunkt angeschlossen sind oder je weiter der Verteilerpunkt von Ihnen entfernt ist, desto langsamer ist die Verbindung. Der Anbieter Alice vertreibt zum Beispiel nur Verträge mit "bis zu" 16.000 Kilobyte pro Sekunde, andere Anbieter wie Arcor oder 1und1 lassen sich aber höhere "bis zu"-Zahlen extra vergüten.

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Wenn sie von der Klippe springt, kann auch eine Schnecke "bis zu" 20 Stundenkilometer schnell sein.
Eine Garantie haben Sie mit den "bis zu"-Angaben nicht. Dabei handelt es sich um die theoretisch mögliche Geschwindigkeit. Die reale Geschwindigkeiten erfahren Sie erst, wenn die Leitung steht. Um nicht erst dann festzustellen, dass sich der teurere Tarif gar nicht lohnt, hilft ein Gespräch mit Nachbarn, die bereits einen DSL-Anschluss besitzen.
Flatrate ist nicht gleich Flatrate
Bei einem DSL-Anschluss sollte die Wahl bei den heutigen Preisen auf eine Flatrate fallen. Die Minutenabrechnung, die einige Provider noch anbieten, lohnt sich nur für die wenigsten Surfer. Bei einer fünf Euro geringeren Grundgebühr und einem Minutenpreis von 1,2 Cent hat man bereits nach sieben Stunden Internetnutzung im Monat die Ersparnis gegenüber dem Flatrate-Tarif aufgebraucht.
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