Optische Täuschungen: Eine Frage des Blickwinkels
Moderne Kunst auf Augenhöhe
Wie Varini selbst auf seiner Internetseite schreibt, hat er nicht erst eine bestimmte Form im Sinn. Er analysiert zunächst den Raum, gewissermaßen seine 3D-Leinwand. Dabei achtet er auf die Architektur, die Materialien und sucht sich den Standpunkt aus, von dem aus sein Werk sich später zu erkennen gibt.
Laut Varini fällt seine Wahl immer auf den Punkt, an dem die Besucher und Passanten unweigerlich vorbei müssen - etwa die Verbindung zwischen zwei Räumen. Dabei setzt er den Fokus in Augenhöhe, sodass vorbeigehende Menschen unweigerlich in den Genuss der optischen Illusion kommen.
Derzeit zeigt Varini Teile seiner Arbeit in einer Ausstellung im schweizer Ort Pruntrut, noch bis zum 31. August 2008. Wer sich die gesamte Sammlung seiner Werke anschauen möchte, findet bei den Links zum Thema am Ende des Artikels den Direktlink zu Varinis Picasa-Webalbum.
Felice Varini in New York, 1997
Illusion als Schilder-Ersatz im Parkhaus
Dass optische Illusionen nicht nur Spaß machen, sondern durchaus praktischen Nutzen haben können, zeigt der Künstler Axel Peermöller. Er nutzt dieselbe Technik wie Varini, allerdings nich, um damit Besucher in eine Ausstellung zu locken, sondern um ihnen das Zurechtfinden beim Parken zu erleichtern: Peermöller hat das Parkhaus eines Hochhauses in Sydney, Australien, gestaltet.
Wer mit dem Auto durch das Gebäude fährt, sieht an bestimmten Punkten eine Art Wegbeschreibung. Die Wörter "Up", "Down", "In" und "Out" sind so auf Boden und Wänden aufgemalt, dass sie sich zum richtigen Zeitpunkt den Fahrern zeigen, die ins Parkhaus hinein oder herausfahren. Wer sich hier wie bei Varini im Museum vor dem Kunstwerk niederlassen möchte, sollte sich auf ein Hubkonzert vorbereiten.
Links zum Thema
- Link-Wink: DeviantART - Online-Community für visuelle Kunst
- Google-Kunst: Toter Tom Cruise auf Seite zwei
- Homepage Axel Peermöller
- Homepage Felice Varini
- Varini: Picasa-Webalbum mit allen Werken
