Wo die Gefahren eines möglichen Zusammenbruchs liegen
Internet-Kollaps: Ist das Netz wirklich in Gefahr?
Markus Henkel
Millionen von Daten werden täglich über das Netz transportiert. Das überall bekannte World Wide Web (WWW), auch fälschlicher Weise mit dem Internet gleichgestellt, ist aber überhaupt nicht für den alltäglichen Gebrauch wie Surfen oder Streams entwickelt worden. Diese These bringt Kritiker immer wieder dazu, den Tod des Internets zu proklamieren. Keine Panik, soweit ist es zum Glück noch nicht. Doch das Netz scheint langsam aber sicher an seine Grenzen zu stoßen. Oder ist am Ende alle nur Gerede, reine Panikmache?
Inhalt
- Netzneutralität: Ein Teil der Geschichte
- Feine Unterschiede: Internet und WWW
- Erst schnell, dann langsam: Glasfaser und Kupfer
- IPTV: Datenmengen gehen verloren
- Wer setzt sich durch: IPv6 vs. IPv4
- Daten: Die größte Gefahr
In vielen Medienberichten wird lautstark über das Aus des Internets diskutiert. Das Daten-Aufkommen sei in den letzten Jahren so stark angestiegen, dass einige Anbieter ihr Angebot sogar auf schnellere Server aufgespielt haben. YouTube-User sollen beispielsweise ein Traffic von 27 Petabyte pro Monat verursachen. Das entspricht der Datenmenge von 1.000 Terabytes oder 5,5 Millionen DVDs. In circa fünf Jahren soll sogar das Internet, wenn es weiterhin so strapaziert wird, zusammenbrechen.
Netzneutralität: Ein Teil der Geschichte
Solche Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen, schließlich stehen hinter ihnen keine unabhängigen Experten. Vielmehr handelt es sich bei vielen von ihnen um Personen in Lobby-Organisationen. Und sie werfen ganz bewusst solche Zahlen in die laufenden Diskussionen.
In diesem Zusammenhang fällt häufig das Stichwort Netzneutralität. International, vornehmlich aber in den USA, wollen Konzerne mehr Steuergelder erhalten,vor allem um das Netz weiter auszubauen - aber auch um Zugeständnisse im Abbau dieser so wichtigen Neutralität zu bekommen. Aber warum ist diese so wichtig? Zurzeit ist das Internet folgendermaßen geregelt: Alle Datenpakete werden gleich behandelt. Ob sie von einem großen Unternehmen kommen oder von einem kleinen Blogger. Diese Regel würde bei einer zentralen Kontrolle wegfallen. Gelder könnten also fließen, um bestimmte Daten verloren gehen zu lassen oder um schneller an Informationen zu kommen: Diskriminierung und Onlinedurchsuchungen wären vorprogrammiert.
Um die gesamte "Internet-Problematik" besser zu verstehen, reisen wir in das Jahr 1962 zurück. Kennedy sitzt im Weißen Haus und hat die Kuba-Krise vor Augen. Das US-Militär, schon in Vorbereitung auf einen Atomschlag, will ein Kommunikationsnetzwerk entwickeln lassen, das solch einen nuklearen Angriff überstehen würde. Eine kleine Forschungsgruppe unter der Leitung von Paul Baran, macht sich an die Arbeit: Die Idee des Internets war geboren.
Ethan Zuckerman: Die Geschichte des Internets
Idee deshalb, weil Baran das Ganze erst nur auf Papier verewigte und dieses von der Verteidigungsbehörde aus Zeitgründen gleich ad acta gelegt wurde. Erst 1969 wurde das dezentralisierte Netzwerk realisiert. Damals war das so genannte ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) noch recht überschaubar. Standen in diesem doch lediglich vier Forschungseinrichtungen in Verbindung. Kommuniziert haben diese Rechner, wie auch heute noch, mittels Protokolle wie beispielsweise das für den Transport so wichtige TCP/IP. Da diese Protokolle in der Open Domain, also für jeden zugänglich, stehen, war es nur eine Frage der Zeit, bis nicht militärische Gruppen und Unternehmen das Netzwerk nutzten.
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Den Artikel find' ich klasse, einfach zu lesen und verrät einem alles was man für den Anfang wissen muss =)
Gut gemacht:chor:, man hätte zwar noch mehr auf die Zukunft des Internets direkt eingehen können(das ist am Ende etwas kurz geraten), bzw. man könnte im Grunde ja den ganzen Artikel ab Seite 2 als Zukunftsprognose sehen, es wird ja erklärt, wo die Probleme liegen, da kann der geneigte Leser sich dann selbst zusammenreimen, wie es in der Zukunft aussieht^^
Aber ansonsten klasse =) auch die Videolinks sind sehenswert und ergänzen den Artikel gut, hoffentlich kommt noch mehr in der Richtung (der TCP/IP-Artikel ging ja auch schon in diese Richtung :D )
P.S: Für alle die, die noch mehr über WWW und Internet insgesamt erfahren wollen, ich hatte mal in einer Schularbeit mit ein paar Kollegen eine Website über das Thema erstellt, ich hoffe sie funktioniert noch einwandfrei, aber wer Lust und Zeit hat kann sie ja mal ansurfen www.aati.de.vu
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Moin reggaemaN.
Danke für das Lob. Ich freue mich, dass Dir der Artikel gefällt. Die Zukunftsprognosen sind tatsächlich schwierig zu beschreiben. Man weiß halt nicht, wie das ganze ausgehen wird. Aber das ist wahrscheinlich auch gut so. Mal schauen, wie sich das Netz weiterentwickeln wird. Denn das muss es tatsächlich. Über die reine IP-Erneuerung wird das Netz nicht besser. Aber das geht ja auch aus dem Artikel hervor.
Schönen Gruß
Laengsynt
"...in einigen Jahren Probleme geben könnte.Damit das nicht passiert, müssten alleine in den Vereinigten Staaten bis zu 55 Milliarden Dollar investiert werden, schätzt Johnson..." Glaubt ihr die investieren so viel Geld?
"..."Wir predigen nicht das Ende des Internet", sagt Johnson. "Wir wollen nur darauf hinweisen, dass Investitionen notwendig sind, damit der Internetnutzer weiterhin schnell surfen und das Angebot entsprechend nutzen kann." Die enorm wachsenden Datenberge könnten das Internet merklich verlangsamen - vorausgesetzt es fließen einige Dollar und Euros: Verkehrsnetze müssen gepflegt werden, auch virtuelle..." Wie wichtig ist das Internat mittlerweile denn schon geworden? Auch für Politiker, Firmen usw. Wie wird das ausgehen?
*-Keine Antworten-*
Hallo NiCkI 94.
Wie wichtig das Netz für Politiker geworden ist fragst Du...
Diese Frage ist ja nicht Bestandteil des Artikels. Hier geht es um keine Vorteile für die Politiker, welche durch das Internet enstehen könnten. Aber ich will versuchen, Deine Frage zu beantworten:
Politiker würde wahrscheinlich lieber ohne das Internet ihren Machenschaften nachgehen. Das Internet ist eine starke politische Plattform, die so manchen Politiker entblößte - negativ versteht sich. Als Beispiel ist hier der gute Bush genannt. Natürlich können die Politiker auch positive Dinge mit dem Internet bewirken. Konzentrierte Aufklärung in Sachen Umwelttechnik, Biometrie oder ähnlich kritische Themenpunkte. Es hat halt seine guten und schlechte Seiten, welche wiederum nicht nur der Politik zuzuschreiben sind. Daher möchte ich hier auch nicht weiter auf das Thema "Politiker und das Internet" eingehen.
Die Investitionen werde 100 Prozentig getätigt. Das ist m.E. auch, um international weiter an der Spitze zu bleiben, nötig. Auch hier in Deutschland wird es auf Kurz oder Lang ein Umdenken geben müssen. Auch hier werden eine Menge Gelder fließen, um das deutsche Netz auszubauen.
Das Internet ist wohl das wichtigste Medium schlechthin. Es bietet gegenüber dem TV oder der Printausgabe viele Vorteile: Mehr Platz, günstiger und mehr Menschen, die erreichbar sind. Ohne das Netz würde die Welt heutzutage zerbrechen, das ist Fakt und nicht mehr rückgängig zu machen.
Schönes WE
Laengsynt
Danke für die Antwort ;)
Hallo,
Ich habe gerade eine Quelle von 1996 gefunden. (Die Zeit)
Dort wurde beschrieben: "Bricht das Internet 1997 zusammen? Das Internet ächzt unter dem Andrang der Massen. Bald bricht es zusammen, sagen Eingeweihte. Bis Redaktionsschluß hielt es stand"
Damalige Thesen und Zukunftseinblicke...
Sehr spannender Artikel. Die Sichtweise 1996 war wirklich schon weit voraus und hatte schon damals gute Ansätze. Doch war die Zeit damals noch nicht reif, um eine solche Diskussion zu führen. Das Netzwerk war gerade geboren und man wusste nicht wirklich, was mit den Datenmassen so alles gemacht werden kann. Die Speicher waren ja bekanntlich sehr sehr klein.
Danke für den Artikel.
Laengsynt
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