Mehr Leistung und Geschwindigkeit
Ziemlich unspektakulär: Microsofts Vista-Tipps
Mehmet Toprak
Um es gleich vorweg zu sagen: Viel schneller wird Vista mit den nachfolgenden Microsoft-Tipps nicht. Doch der Reihe nach. Microsoft hat ein Dokument veröffentlicht, das Anwendern helfen soll, Windows Vista auf Trab zu bringen. Der englischsprachige PDF-Ratgeber gehört zur Serie der Springboard-Veröffentlichungen. Zielgruppe sind angeblich IT-Profis, wobei auch einigermaßen erfahrene Nutzer keine Probleme haben dürften, die Tipps umzusetzen.
Los geht es mit den Hardware-Anforderungen. Microsoft empfiehlt einen Rechner mit mindestens zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und Zwei-Gigahertz-Prozessor. Dabei versteckt sich der Ratgeber hinter der seltsamen Formulierung, dass "viele Organisationen" herausgefunden hätten, dass diese Hardware-Voraussetzungen zu "guten Resultaten" führten.
Anwender, deren PC weniger als zwei Gigabyte Arbeitsspeicher hat, sollen laut Microsoft die Funktion ReadyBoost einsetzen. Dabei werden bestimmte Programmteile im Betrieb auf einen externen USB-Stick ausgelagert. Das soll die Performance verbessern. Dazu muss aber der Stick readyboost-tauglich sein.
Ganz ähnlich arbeitet ReadyDrive. Hier werden die Daten aber nicht auf einen USB-Stick, sondern auf einer Hybrid-Festplatte mit zusätzlichem Flashspeicher ausgelagert. Allerdings sind solche Festplatten noch kaum verbreitet.
Längst bekannte Standard-Tipps
Schneller starten soll der Vista-Computer mit der Sleep-Funktion. Microsoft empfiehlt sogar die Sleep-Funktion als Standard-Modus beim Herunterfahren des Rechners. In der deutschen Version läuft der Sleep-Modus unter "Energie sparen". Dabei werden die Daten im Arbeitsspeicher vorgehalten und die restlichen Komponenten ausgeschaltet. So soll der PC nach dem Einschalten deutlich schneller starten.
Darüber hinaus empfiehlt der Springboard-Ratgeber unbenutzte Programme zu deinstallieren und Hintergrund-Dienste oder Services zu deaktivieren. Und schließlich raten die Microsoft-Experten dazu, öfter mal das Feature Disk Cleanup zu benutzen. In der deutschen Version die Datenträgerbereinigung.
Admins in Firmennetzwerken können alle diese Optimierungsmaßnahmen durch die Group Policy (Gruppenrichtlinien) festlegen, schlägt die Springboard-Broschüre zuletzt vor.
Alles in allem keine Tipps, die man noch nirgends gelesen hat, und keine Tipps, die träge Vista-Computer in Turbo-Rechner verwandeln. Offenbar kennen die Microsoft-Experten ihr Betriebssystem auch nicht besser als externe Fachleute. Vielleicht will die Company ihre Kunden auch davon abhalten, allzu tief unter die Haube des Betriebssystems zu schauen oder riskante Operationen an Systemdateien auszuführen. Für Endanwender ist die Lektüre des 14-seitigen Dokuments trotzdem nicht überflüssig. Es hilft immerhin, die Funktionsweise von Windows Vista besser zu verstehen.
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