Die Welt von morgen aus der Sicht von gestern
Verkehrte Netzwelt: Malware und die Silver-Surfer
Internet & Netzwelt
Hätte ich es bloß genommen, denn als ich eine Eingabe auf dem Keyboard tätigen will, kommt nur Müll heraus. B entspricht zum Beispiel der Kombination 89bUk¶ oder so. Tatsächlich ein Virus! Und was für ein schöner. Zum Glück geht die Maus noch. Aber die Suche nach dem Virenscanner bleibt erfolglos. Auf meine Frage, wo denn der Virenscanner sei, ernte ich einen verständnislosen Blick.
Auch meine Fragen nach dem Spy-Bot oder Ad-Aware werden ähnlich quittiert. Ein letzter Anlauf: "Hast Du Deinen Rechner auch immer schön geupdatet?" Hah! Ein Lichtstrahl blitzt über sein Gesicht, er hat mich verstanden. "Nee, die komischen Fenster klick ich immer wech. Ich hab gedacht, das ist Werbung." Autsch. Schlimmer Treffer mitten in die zwölf. Ich sehe die Felle davon schwimmen.
Windows XP: Das missverstandene Wesen
"Hast Du irgendwas mit dem Rechner in diese Richtung gemacht, seitdem Du ihn hast?" "Nee, wozu auch? Der läuft doch. Zwar langsamer als früher, aber immerhin." Ah ja: Langsamer. Soso. Ein letzter verzweifelter Versuch: "Hast Du denn wenigstens eine Windows XP-CD daheim, mit der ich das System wieder aufsetzen kann?" "Was ist denn Windows XP?! Wozu brauch ich das?"
Ok, kurze Einführung in die Geheimnisse des Rechners: BIOS, OS, Virenscanner und Konsorten. Und ja: "Die muss man regelmäßig updaten! Und die aufpoppenden Fenster sind nicht nur zum Spaß da!" Irgendwoher hat mein Vermieter dann doch noch eine Windows XP Installations-CD besorgt. Leider war das System so hinüber, dass auch im abgesicherten Modus nichts zu machen war.
Eingaben im BIOS? Fehlanzeige. Die Tastatur spinnt, der Cursor hüpft in der Gegend rum. Schluss, aus, Amen! Der Rechner ist tot! Aber gemeinsam werden wir den Kampf mit der Festplatte aufnehmen und ich hoffe, dass mein Silver-Ager dann auch aufpasst und sich merkt, wie Sicherheit im PC funktioniert. Jawoll! Und dann trink ich einen ganzen Kasten auf sein Wohl. Denn irgendwie sind wir uns doch sympathisch: Der Rechner, der Vermieter und ich.
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