Internationaler Netzwelt.de-Leitfaden: Werkzeuge gegen die China-Firewall
China-Kracher: So lässt sich die Olympia-Zensur umgehen
Ein herber Verlust für die Pressefreiheit: Auch Olympia-Journalisten in Peking dürfen kein ungefiltertes Internet nutzen. Die chinesische Firewall ist aber mehr Machtsymbol als wirkliches Hindernis: Kostenlose Programme und Online-Dienste öffnen dem zensurfreien Web Tür und Tor.

Inhaltsverzeichnis
- 1Die Ausgangslage
- 2Mit goldenem Schild voran
- 3China-Kracher 1: Firewall mit Software umgehen
- 4China-Kracher 2: Firewall ohne Software umgehen
- 5Auch wichtig: Telefonie und persönliche Daten sichern
- 6German IT online magazine netzwelt.de combats press censorship
- 7China-Cracker: Netzwelt.de IT Guide to Circumvent Olympic Games Censorship
- 8The Status Quo
- 9Gate to the Chinese Empire
- 10China-Cracker 1Cracking the Firewall with the Help of Software in China:
Die Ausgangslage
Die Olympischen Spiele rücken näher und das Reich der Mitte macht, was es seit über 2000 Jahren praktiziert - Schotten dicht. Im digitalen Zeitalter heißt das: Internet cool down, unliebsame Web-Seiten werden von den Chinesen unzugänglich gemacht. Journalisten aus den USA, England, Frankreich oder Deutschland sind empört, Politiker ebenso. Denn freie Berichterstattung und Recherche ist so nicht mehr möglich.
Doch im Internet ist es wie einst in Troja: die Wahl der richtigen Mittel kann zum Sieg verhelfen. Damit die Presse- und Informationsfreiheit doch noch zum Zuge kommt, hat netzwelt für alle Journalisten einen viersprachigen IT-Leitfaden erstellt (englisch, deutsch, französisch). Dieser zeigt, wie die Internet-Zensur in China umgangen werden kann.
Das betrifft sowohl Journalisten, die bereits in China sind, als auch jene, die gerade dabei sind, ihre Koffer für die Olympia-Berichterstattung fürs Reich des roten Drachens zu packen. Dabei bietet der Netzwelt.de-Leitfaden mehr, als die generellen Empfehlungen für die Berichterstattung in diktatorischen Staaten, wie sie beispielsweise die Organisation "Reporter ohne Grenzen" ausspricht.

Mit goldenem Schild voran
In China wird das Internet seit gut zehn Jahren staatlich kontrolliert. 1998 wurde das Projekt "Goldener Schild" von den chinesischen Sicherheitsministerien initiiert. Letztlich handelt es sich um eine der weltweit größten staatlichen Internet-Firewalls. Nach Expertenschätzungen arbeiten mehrere Tausend Zensoren in China daran, dass die mehr als 200 Millionen surfenden Chinesen im Internet vor allem das sehen, was die Regierung gestattet. Dabei fährt der rote Drachen eine umfangreiche IT-Maßnahme:
- Statische Lösung: Unliebsame Websites werden über ihre IP-Adresse auf eine "Schwarze Liste" gesetzt. Eine Firewall blockiert für jeden Computer in China diese Seiten. Eine IP-Adresse ist eine Identifikations-Nummer für den Rechner im Internet.
- Filter-Lösung: Staatliche Zensoren installieren auf den zentralen chinesischen Servern Filter. Diese schließen nicht gewollte Internet-Adressen (URLs) aus, die Keywords enthalten, welche auf dem Index stehen. Das können Worte wie "blog", "feed" (Newsticker von Seiten), "Tibet" oder "Press Freedom" sein.
- Desweiteren betreibt China das so genannte DNS-Poisoning: Normalerweise sorgt ein spezieller Server dafür, dass über den eingegebenen Namen der Webseite, die man aufruft, auf die dazugehörige IP-Adresse, also die Erkennungsnummer des Computers, Rückschlüsse gezogen werden können. Dass beispielsweise aus www.google.de die IP 209.85.129.147 wird, liegt am Domain Name System, das als Datenbank auf den Servern liegt.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge
Zitat: Warum reißen wir die Klappe nicht bei den amerikanischen Menschenrechtsverletzungen auf? Ein Land, das auf dem gleichen Entwicklungsstand ist, wie wir? Wie viel...
Die Veranwortlichen hätten sich vorher überlegen müssen wohin sie die Spiele geben. Denke es spielt wie immer das Geld eine große Rolle. Jetzt soll man den Sport Sport sein lassen und gut ist ! ...
Die Chinesen sind Jahrelang unterschätzt worden und das wird noch so weiter gehen