Privatsphäre und Vernetzung sind die Waffen der Wahl
Alternative Suchmaschine Cuil: Muss Google zittern?
Internet & Netzwelt
Wer im Internet etwas finden will, der sucht nicht - er googelt. Noch konnte kein Konkurrent Google in die Schranken weisen. Cuil als biblischer Suchmaschinen-David schlägt an Stellen wie Datenschutz oder Optik empfindliche Wunden beim übermächtig erscheinenden Googliath.
Inhalt
- Kampfansage dank Insidern
- Optik: Suchen im Web 2.0
- Der Rangliste den Rang ablaufen
- In privaten Sphären
- Hoooose runter: Größenvergleich
- Potenzial vs. Gewohnheitstier
Mit Ex-Googlern gegen Google
Eine neue Suchmaschine also, ein neuer Konkurrent für Google. Cuil ist der Name, gesprochen wie "cool" und irisch für "Wissen". Und die beiden Gründer Tom Costello und Anna Patterson sind zuversichtlich, den Suchmaschinenmarkt aufmischen zu können. Denn neben Patterson selbst finden sich noch zwei weitere hochrangige Ex-Googler in den Reihen des Cuil-Teams.
Optik: Suchen im Web 2.0
Dem minimalistischen Design von Google hat Cuil den Kampf angesagt: Suchergebnisse werden in wahlweise zwei oder drei Spalten bildschirmfüllend aufgelistet, einen klassischen besten Treffer gibt es nicht. Cuil zeigt Bilder zu den Ergebnissen und einen längeren Beschreibungstext an - auch wenn letzterer oft schlecht formatiert ist und eher verwirrt, als eine wirkliche Entscheidungshilfe zu bieten.
Dafür erweist sich der stets oben rechts auftauchende Explore by Category-Kasten als nützlich: Allgemeine Informationen zum Suchbegriff werden hier in einer so genannten Drilldown-Box angeboten. Wer die Maus über einen verlinkten Begriff bewegt, bekommt Begriffsdefinitionen angezeigt.

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Will Google die Stirn bieten: Cuil.
(Klick vergrößert.)
Der Rangliste den Rang ablaufen
Cuil unterscheidet sich in Kernbereichen von den im Netz etablierten Mitbewerbern. So sei es heutzutage unerlässlich, der exponentiell ansteigenden Menge von Websites Herr zu werden und Seiten kostengünstig in den Index der Suchmaschine aufzunehmen. Zudem ist Cuil überzeugt, dass Googles Praktik des reinen Katalogisierens und Bewertens über den PageRank nicht im Sinne des Benutzers sei.
Der Ansatz des Startups lautet deshalb: Suchbegriffe und ihre Bedeutung werden miteinander verknüpft. So liefert die Suche nach "Windows Vista" nicht nur die reinen Treffer, sondern in einer Tab-Leiste oben verwandte Themen wie die unterschiedlichen Editionen des Betriebssystems. Für prominente Begriffe bietet Cuil schon während des Tippens Vorschläge an.
In privaten Sphären
Ein weiterer überdeutlicher Seitenhieb in Richtung Google: Cuil verspricht, keinerlei Informationen zu gesuchten Begriffen oder IP-Adressen zu speichern. Stattdessen werde diese Datensammlung nach Auslieferung der Suchergebnisse gelöscht. Auch die Cookies sind laut Entwicklern nur dafür da, um die in den Preferences eingestellten Suchvorgaben abzugreifen - derzeit ist das ein Pornografie-Filter sowie die erwähnten Suchvorschläge beim Tippen.
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Die vielen Seiten im Index helfen leider nichts wenn die gelieferten Ergebnisse zu schlecht sind. Ich bekomme kostenlose MP3s angezeigt wenn ich Softwarename plus "netzwel.de" als Suchbegriff verwende, weil der Softwarename vielleicht mal irgendwo auf den Seiten auftaucht. Da müssen sie noch dran arbeiten.
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