Eine über 100 Jahre alte Idee wird Teil des Netzes
Semantic Web: Das verständliche Netz
Markus Henkel
Was würden wir ohne das World Wide Web machen? Es ist scheinbar eine unendliche Informationsquelle, aus der wir fast jede Antwort schöpfen können. Fast? Web-Suchen sind häufig und lassen sogar die über acht Milliarden indizierten Seiten von Google unfruchtbar wirken. Immer häufiger verläuft eine Suche schleppend und manchmal sogar komplett ins Leere. Schuld sind die hinter den Seiten liegenden Datenlager mit ihren unzähligen File-Arten.
Inhalt
- Die Ursache scheint gefunden
- Das Semantic Web
- Eine über 100 Jahre alte Idee
Semantic Web: Eigentlich eine simple Idee
Eine Text-basierte Suche, wie zurzeit bei Google und Co., nutzt den gesamten eingegebenen Begriff und sucht dabei lediglich nach Schlüsselwörtern. "Das gegenwärtige Web ist ein Ort des Textes und der Bilder", sagt Frank van Harmelen, Wissenschaftler der Abteilung Künstliche Intelligenz an der Freien Universität Amsterdam. "Daten sind überall, aber der größte Teil davon wird in unzugänglichen Datenbanken hinter Websites und unter Verschluss gehalten", führt er weiter fort. Laut Harmelen ist daher eine sinnvolle Suche in einigen Jahren nicht mehr möglich.
Die Ursache scheint gefunden
Das WWW ist nichts anderes als ein Buch. In diesem sind Texte und Bilder untergebracht. Aber irgendetwas scheint zu fehlen: das Inhaltsverzeichnis. Die vielen abgelegten Daten sind meist nicht richtig verkettet, erklärt und warten einfach nur so im Nirwana herum, bis sie dann glücklich abgerufen werden. Oftmals sind die Dateien einfach falsch verbunden. Falsche Links, Quellen und Ziele sind Auslöser dieser Misere und alle Daten im Internet stehen dazu immer in Abhängigkeit zu Web-Auftritten oder deren Datenbanken.
Will man diese versteckten Daten und deren sinnvollen Verknüpfungen auslesen, sind heutige Rechner außer Stande die Anfragen zu verstehen. So ist für einen Computer die Nummer 00352 eine Reihe von Ziffern. Tippen Sie diese in die Google-Suchmaske ein erhalten Sie eine elektronische Ansammlung von beziehungslosen Seiten. Das liegt daran, weil die Nummer innerhalb des Dateinamens vorkommt - meist in einer unbekannten Beziehung.
Das Semantic Web
Ein neues Zeitalter des weltweiten Netzes könnte nun, aufgrund dieser Problematik, auf uns zukommen und das so genannte Semantic Web (SW) auch für den Alltag mit sich bringen. Im SW werden die Daten selbst ein Teil des Webs. Sie können somit unabhängig von Applikationen, Plattformen und Domains verarbeitet werden. Zum Vergleich: Im alten Netz werden Suchanfragen zum Schluss immer vom Menschen selbst interpretiert und daher können Computer nur die Informationen zur Verfügung stellen.
Oft muss man noch viele Seiten durchforsten, um die gewünschte Information zu erhalten. Mit der "neuen" Netz-Variante stehen Daten und Dokumente im Web direkt zur Verfügung. Die Rechner können so die Daten lesen, verarbeiten, transformieren und sinnvoll zusammenstellen. Hierzu benötigt man in der Informatik aber keine Suchmaschine im Google-Stil. Man nutzt einen Semantic-Agenten, der spezielle Sucheigenschaften besitzt. Er wird speziell programmiert und kann etwa im Business-Bereich Flüge, Termine und andere Dinge mit ein paar Klicks zusammen managen.
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Infos werden zwischengespeichert und automatisch synchronisiert
Jetzt sind Sie dran.
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