Der Montagmorgen aus Sicht der netzwelt
AMD und Lenovo: Das neue Traumpaar
Mehmet Toprak
Manchmal muss man schon am Montagmorgen hellwach sein. Die Meldungen vom Wochenende bringen einen so richtig ins Grübeln. Da bahnt sich was an. Gut, dass es netzwelt gibt. Diesmal mit einer Analyse aus dem Nachrichten-Lagezentrum in Hamburg. Weitsichtig wie ein deutsches Leica-Fernglas und präzise wie ein japanisches Santoku-Messer.
Es fängt ganz harmlos an. Da hat Intel ein Schreiben der EU-Kommission erhalten, wonach die wettbewerbsrechtliche Prüfung gegen Intel weitergeht. Die Wettbewerbshüter haben den CPU-Riesen in Verdacht, seine Machtposition unfair ausgenutzt zu haben.
Demnach hat Intel einem großen Händler und einem PC-Hersteller Rabatte eingeräumt, wenn diese ausschließlich Intel-CPUs verkaufen und keine Prozessoren von AMD. Ein böser Gruß aus Brüssel - ausgerechnet zum 40. Geburtstag Intels am 18. Juli. Unbeeindruckt von Rechtsstreitigkeiten schippert die Produktabteilung von Intel mit der neuen Centrino-2-Plattform voran. Die Mobil-Plattform soll noch mehr Leistung bringen als der Vorgänger und gleichzeitig den Akku schonen. Notebook Hersteller wie Acer, Sony oder Fujitsu Siemens haben bereits Notebooks auf Centrino-2-Basis vorgestellt.
AMD in der Krise
Wenn man jetzt die aktuelle Lage des Konkurrenten betrachtet, bekommt das eine bedrohliche Note. Gegenüber Intel gerät AMD immer mehr ins Hintertreffen. Der Halbleiter Spezialist schreibt nach Presseberichten zum siebten Mal hintereinander rote Zahlen. Wohl nicht zuletzt deshalb hat das Unternehmen gerade den CEO ausgewechselt. Für Hector Ruiz, der das Unternehmen seit 2000 geführt hat, kommt jetzt Dirk Meyer. Daneben hat AMD angekündigt, in Zukunft auch stromsparende Mobil-CPUs wie Intels Atomprozessor auf den Markt zu bringen. Das alles wird aber nicht reichen, um auf Dauer gegen Intel zu bestehen.
Intel hat 15 Produktionsstätten (Wafer-Fabs), AMD hat gerade mal zwei, Fab 36 und Fab 38 in Dresden. AMD kann nicht so hohe Stückzahlen produzieren und nicht so schnell auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren. So konnte Intel die Produktion des Atom-Prozessors für die Notebook-Hersteller hochfahren, die noch schnell auf den Zug zum Netbook aufspringen wollten. Der kleine Konkurrent hat im Moment noch kein gleichwertiges Produkt zu bieten.
Der Rettungsplan für AMD
Das Rettungsszenario für AMD kann eigentlich nur so aussehen: In drei Wochen beginnen die Olympischen Spiele in Peking (8. - 24. August). Klar, dass die einen Impuls für den wirtschaftlichen und technischen Fortschritt in China liefern sollen. Wenige Wochen nach den Olympischen Spielen wird die chinesische Regierung daher eine große IT-Initiative starten. Preiswerte Rechner für Schulen, für Privatanwender, für kleine Unternehmen. Größter Auftragnehmer hierfür ist das chinesische Unternehmen Lenovo. Der Konzern hat die gesamte PC-Sparte von IBM übernommen und kann Großprojekte stemmen.
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