Facebook verklagt studiVZ und stellt die Weichen für eine mögliche Übernahme

Deutschland: Ein Volk der Kopierer?

Das Volk der Dichter und Denker war einst berühmt für seine Erfinder. Zwar ist Deutschland noch immer ein erfinderreiches Land. Doch seit dem Internetzeitalter sind Fälschungen und Plagiate auf dem Vormarsch. Was immer in Amerika gut läuft, wird anscheinend hierzulande kopiert. Diese These vertritt zumindest Facebook und verklagt kurzerhand das deutsche Gegenstück studiVZ: Eine zukunftsweisende Vorgehensweise.

Deutschland: Ein Volk der Kopierer?
Facebook: Übernahme von studiVZ in Sicht?

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Menschenraub ist Thema des Klageliedes
  2. 2"Es liegt noch keine Anklage vor"
  3. 3Kein Einzelfall: Facebook gegen studiVZ
  4. 4Facebook, Google, MySpace und studiVZ: Alles in einem.
  5. 5Übernahme scheint das Ziel zu sein

Menschenraub ist Thema des Klageliedes

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Der lateinische Begriff Plagium, der frei übersetzt Menschenraub bedeutet, wird heute nur noch mit Belangen rund um das geistige Eigentum in Verbindung gebracht. Das Kopieren von Texten und Layouts ist gerade im Internet ein Leichtes und in Deutschland längst Volkssport. Das nun eingereichte Klagelied des US-Unternehmens Facebook umfasst 116 Seiten und soll dieses sportliche Treiben unterbinden. Dass dadurch gleich ein Mit-Konkurrent unter Druck gesetzt wird, spielt für Facebook scheinbar keine Rolle.

Laut des Web-2.0-Portals bedient sich studiVZ, ein Tochterunternehmen der Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe, aller Layout- und Kreativ-Möglichkeiten von Facebook. "Es ist sehr enttäuschend mitzuerleben, wie eine Klon-Seite unsere eigenen kreativen Anstrengungen ignoriert", so das Unternehmen in einer Begründung. "Wir wollen unser geistiges Eigentum schützen und das ist der Grund, warum wir diese Beschwerde eingereicht haben", heißt es weiter im Schreiben.

"Es liegt noch keine Anklage vor"

Warum allerdings erst jetzt gehandelt wird, ist nicht bekannt. So startete Facebook schon 2004 auf dem amerikanischen Markt, brachte aber erst im Frühjahr dieses Jahres seinen deutschen Ableger online. Für viele Experten zu spät. So schätzt man unter den Experten eher, dass Facebook mit dem Erfolg von studiVZ nicht gerechnet und diesen einfach unterschätzt hat. Zwar ist die Idee von Mark Zuckerberg, dem Erfinder von Facebook, mit 80 Millionen aktiven Usern weltweit ein Riesenerfolg. Doch in Deutschland liegt man mit gerade einmal 1,2 Millionen weit hinter studiVZ und ähnlichen Angeboten.

So hat das deutsche Studentenportal im ersten Quartal immerhin schon sechs Millionen registrierte Nutzer verbuchen können. Die Klage hat man bei studiVZ gelassen zu Kenntnis genommen. Aus einer Stellungnahme geht hervor, dass bei dem Betreiber bis jetzt sogar noch keine Anklage vorliegt. "studiVZ kann und wird den Inhalt der Klageschrift daher nicht kommentieren. Die in den Medienberichten erhobenen Vorwürfe sind haltlos", so studiVZ. Aber so einfach abwarten will man in Stuttgart dann doch nicht.

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