Warum das Leben ein ewig währender Kreislauf ist
Verkehrte Netzwelt: Macht der Gewohnheit
Internet & Netzwelt
Die Deutschen sind schon ein lustiges Völkchen. Essen Haxe mit Sauerkraut, trinken Bier, haben einen Gartenzwerg vor ihrem trauten Eigenheim und gehen mindestens einmal im Jahr auf das Oktoberfest. Soweit die Sicht der anderen Völker auf Deutschlands Gewohnheiten.
Naja, so unrecht haben die Leute damit nicht, oder? Vor allem, wenn man sich mal an die eigene Nase fasst und überlegt, was man denn alles für Angewohnheiten an den Tag legt. Nehmen wir also mal den Tag eines ganz normalen Deutschen namens Michl Mustermann.
Herr Mustermann ist ganz normaler Arbeitnehmer, in mittlerem Alter, durchschnittlich sozial engagiert, verheiratet mit den üblichen 1,3 Kindern pro Frau und fährt einen Mittelklassewagen. Bei Herrn Mustermann klingelt jeden morgen um Punkt sechs Uhr der Wecker. Um sechs Uhr fünfzehn haucht er seiner Frau einen ganz normalen Kuss auf die Stirn, bevor er im Badezimmer verschwindet.
Ein Tag aus dem Leben des Herrn Mustermann
Dort steht schon die ganz normale Zahnpasta für ihn bereit, die er mit der dazugehörigen Zahnbürste, die mit dem Schwingkopf (Sie verstehen?), auf seine AOK-scheckbuchgepflegten Zähne aufträgt. Nachdem der Sand der Eieruhr, die ihm vom Zahnbürstenhersteller spendiert wurde, durchgelaufen ist, spült er den Mund mit einem Wässerchen aus, das so stark ist wies schmeckt.
Danach betritt er seine Dusche, in der ihn lebendige Frische und sanfte Pflege erwarten. Nach exakt zehn Minuten verlässt er den Pflegetempel und rasiert sich, wobei ihm seine Frau herzhaft in den Hintern kneift. Nach dem Aftershave, dem Deodorant und seinem Duftwasser kann er sich dann endlich als ganzer Mann an den Frühstückstisch setzen, wo ihn, wie jeden Morgen, sein magenmilder Muntermacher – wunderbar – und seine Kinder – nicht so wunderbar, weil laut – erwarten.
Während die Kinder die Extraportion Milch zu sich nehmen, muss der Haushaltsvorstand jedoch bereits das Haus verlassen. Als er endlich im Auto sitzt, weiß er zwar, was an diesem hat, ärgert sich aber immer noch über seinen mangelnden Vorsprung an Technik. Am Büro angekommen, stellt er seinen Wagen auf den Parkplatz, der durch eine Tafel als der seine reserviert ist, betritt das Bürogebäude, grüßt seine Kollegen und nimmt vor seinem Schreibtisch Platz.
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
nach oben




