Bei Anrufen jede beliebige Nummer anzeigen lassen
Handy-Spoofing: Fälschen der Anrufer-ID
Yasmin Kötter
Ein Anruf aus dem Weißen Haus oder von Satan persönlich: Vor allem in Amerika sind so genannte "Spoofing-Dienste" beliebt, die eine einfache Manipulation der Anruferkennung möglich machen. Beim SMS-Versand oder bei Anrufen lässt sich mit den teils kostenlosen Anwendungen die mitgesendete Telefonnummer beliebig auswählen. So steht auf dem Display auf einmal die Nummer des amerikanischen Präsidenten, oder die Ehefrau sieht beim Anruf ihres Mannes seine Büro-Nummer, obwohl er sich mit der Geliebten im Hotelzimmer aufhält.
Inhalt
- Online-Dienste: Manipulation der Nummer so einfach
- Missbrauch der Verschleierung: Fälle in Amerika
- Amerikanisches Gesetz: Kein Verbot
- Die Situation in Deutschland: Spoofing verboten
Online-Dienste: Manipulation der Nummer so einfach
In der Regel müssen Nutzer solcher Dienste wie "TeleSpoof", "SpoofCard" oder "Cidspoof" online die eigene Nummer, die Nummer des Anzurufenden und die gewünschte Anrufer-ID angeben. Die Anwendung stellt die Verbindung erst zu dem Telefon her, von dem der Anruf ausgehen soll. Nach dem Abnehmen wird dann die Verbindung mit dem zweiten Telefon aufgebaut. Dabei lässt sich oft nicht nur die gesendete Anrufernummer verfälschen, sondern beispielsweise mit einem kleinen Klick die Stimme verzerren.

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SpoofApp für das Apple iPhone
Für das Apple iPhone gibt es diese Manipulation nicht nur mit Hilfe eines Online-Dienstes, sondern seit März 2008 direkt als Software zum Installieren. "SpoofApp" nennt sich das Programm, mit dem sich für Anrufe die mitgesendete Nummer ändern, die Stimme verfremden und Telefonate aufzeichnen lassen.
Die einzige Voraussetzung: Das iPhone muss für SpoofApp entsperrt sein. Dabei entfällt die Gewährleistung von Apple. Die Anwendung lässt sich über den Installer.app downloaden. Die Software ist kostenlos, allerdings zahlen die amerikanischen Anwender pro Minute Telefonat über SpoofApp eine Gebühr: Eine Stunde kostet 10 Dollar, umgerechnet gut sechs Euro.
Ursprünglich waren Dienste wie "Star38" - der Vorreiter in Amerika, der bereits 2004 online ging - für Privatdetektive oder Vollzugsbehörden gedacht, die damit ihre Arbeit erleichtern konnten. Immer mehr Geschäftsleute entdeckten darin allerdings eine Geldquelle mit Privatpersonen als Zielgruppe.
Missbrauch der Verschleierung: Fälle in Amerika
Der Schaden, der sich mit diesen Anwendungen anrichten lässt, reicht dabei von einfachen Telefonstreichen - einem vorgetäuschten Anruf mit der Nummer des Chefs oder der Freundin, bis hin zu Betrugsversuchen, wenn die Täter sich zum Beispiel als Bankinstitut ausgeben und nach persönlichen Daten fragen.
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