Sprachsoftware: Naturally Speaking gegen Windows Vista

Spracherkennung in Windows Vista

Das viel gescholtene Windows Vista versteckt unter Systemsteuerung das Icon Spracherkennung. Auch auf der Webseite Microsofts ist der Hinweis auf dieses Feature nicht besonders prominent. Warum Microsoft dieses Modul kaum bewirbt, sondern neben Punkten wie Indizierungsoptionen oder Farbverwaltung versteckt, ist schwer verständlich. Denn die Spracherkennung in Vista ist ein echtes Juwel.

Schon der Einstieg fällt leicht. Ein Klick auf das Icon Spracherkennung und es geht los mit der Einrichtung des Mikrofons. Die Prozedur läuft im Prinzip genau so ab wie im Nuance-Programm. Nach der Einrichtung des Mikrofons bietet das Programm an, eine Referenzkarte mit allen Befehlen auszudrucken. Die Software hätte eigentlich ein Handbuch oder wenigstens einen Flyer mit den wichtigsten Befehlen verdient, aber die geizigen Microsoft-Manager konnten sich dazu wohl nicht durchringen.

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Es folgt ein gut gemachtes, interaktives Lernprogramm, das schon eine Reihe von Sprachbefehlen einübt. Wenn der Anwender im Lernprogramm erste Befehle und Sätze diktiert, gewöhnt er den PC gleichzeitig schon an seine Stimme und absolviert so ganz nebenbei ein Ersttraining. Genial gelöst.

Spracheingabe Windows Vista
Sieht gut aus und bringt was: Das Lernprogramm dient zugleich als Ersttraining für die Spracherkennung in Windows Vista.

Erwähnenswert ist neben dem intelligenten Bedienkonzept auch die moderne Optik der Software. Das erhöht den Spaßfaktor ganz erheblich. Im Vergleich dazu wirkt das Nuance-Programm veraltet und kompliziert.

Starker Anfang: Diktieren und Korrigieren

Diktieren, Korrigieren, Navigieren in Vista funktioniert ganz ähnlich wie in Naturally Speaking, der Anwender findet sich schnell zurecht. Besser als Nuance hat Microsoft das Korrigieren gelöst. Wenn der Anwender mehrmals hintereinander versucht, eine markierte Phrase per Diktat zu überschreiben, öffnet die Software das Korrekturfenster und bietet eine Reihe von Vorschlägen an. Die bestehen nicht nur aus Einzeleinträgen aus dem Benutzerwörterbuch, sondern aus intelligenten Kombinationen der möglichen Wörter und Phrasen. Eine clevere und praxisnahe Funktion. Auch der Buchstabiermodus ist gut gelöst.

Spracherkennung unter Windows Vista
Das Korrigieren in Windows Vista ist durchdacht und benutzerfreundlich.

Ob die Erkennungsrate im Diktieralltag genau so hoch ist wie bei Naturally Speaking, wird erst ein längerer Test zeigen. Fortgeschrittene Optionen zur Optimierung des Sprachmodells und des Benutzerwortschatzes fehlen in Windows Vista. Doch für Anwender, die nur gelegentlich diktieren und dabei einfache Texte ohne große Fachwort-Kapriolen produzieren, ist die Spracherkennung in Windows Vista sicher eine gute Wahl.

Spracherkennung unter WIndows Vista
Im Wörterbuch fügt der Nutzer neue Vokabeln hinzu und trainiert deren Aussprache.

Fazit: Die Spracherkennung in Windows Vista bietet deutlich weniger Profi-Features als Naturally Speaking und ist damit für fortgeschrittene Nutzer nur zweite Wahl. Aber Optik und elegante Bedienung schlagen das altbackene Naturally Speaking um Längen. Die Erkennungsrate ist nach den ersten Versuchen vielversprechend, aber auch nicht besser als bei Naturally Speaking. Schade, dass der Anwender sich zwischen zwei Programmen entscheiden muss. Die Nuance-Entwickler sollten Design und Bedienung von Naturally Speaking auf den neuesten Stand bringen. Am besten, bevor immer mehr Anwender auf die Idee kommen, die kostenlose Spracherkennung in Vista auszuprobieren…

Dieser Artikel wurde mit Windows Vista und Naturally Speaking diktiert.

Erkennungsrate: Windows Vista: 93,3 Prozent (nach Ersttraining)
Naturally Speaking: 96,1 Prozent (trainiertes System)

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