"Alles, was ich wissen will, sagt mir mein Handy"
Verkehrte Netzwelt: Studieren vs. Wikipedia
Michael Knott
Ratteratteratter - Klonk - ratteratteratter - Klink, Klonk. Ich habe einen Sprung in der Schüssel, stehe auf der Klippe. Die Zahnräder in meinem Kopf greifen nicht mehr so ineinander wie gewohnt. Erst eins, dann drei. Manche Zähne des Rads, an dem ich drehe, sind bereits völlig abgestumpft.
Was soll man einem Jugendlichen auch antworten, wenn er oder sie fragt: Wieso studieren, Papa? Alles, was ich brauche, ist ein internetfähiges Handy und eine Datenflatrate. Damit finde ich in Sekundenschnelle Antworten auf alle Fragen. Nur ein Wort: W i k i p e d i a.
Aber Wikipedia kann dir keine Teamarbeit beibringen, Wikipedia gibt dir kein Feedback über deine eigene Arbeit, eine leblose Ansammlung vom Wissen anderer. Wikipedia kaut dir Dinge nur vor und inspiriert dich nicht. Du bist ja auch noch lange kein Künstler, wenn du mit einer Digitalkamera ein Foto eines Gemäldes machst und dieses im Hochglanzformat ausdruckst. Um etwas wirklich zu lernen, musst du mit erfahrenen Menschen sprechen, dich anleiten lassen und dich selbst entwickeln, Hosenscheißer.
Studieren ist nichts weiter als Geldmacherei. Man bezahlt ein Haufen Geld, um am Ende ein Stück Papier in der Hand zu halten. Kinder studieren nur, um ihre Eltern glücklich und stolz zu machen. Dabei weiß die jüngere Generation ganz genau, dass das Wissen und damit auch die Zukunft der Menschheit im Internet liegt. Nieder mit den Universitäten!
Wenn du eine Universität betrittst, sich die Türen öffnen, wirst du feststellen, wie dein Leben sich verändert. Der Geruch von Büchern, die vielen wissbegierigen Menschen, diese Atmosphäre. Was wäre das für eine Welt, wenn jedermann nur vor einem Computer oder Handy sitzt und vorgekaute, mit Halb- und Unwahrheiten gespickte Informationen konsumiert und immer weiter abkupfert?
Das wäre eine vernünftige Welt: Keine Studiengebühren, Studentenaufstände, Milliarden-Subventionen...
...keine Partys, kein Ausschlafen, kein Mensa-Essen. Kein Aha-Erlebnis, kein Kopf-Klick. Außerdem: Was willst du zukünftigen Arbeitgebern denn erzählen? Ich habe ein Diplom in Wikipedia-Lesen? Das wird dich nicht weiterbringen. Was die sehen wollen ist, das du genügend Selbstdisziplin aufweist, ein Studium von Anfang bis Ende durchzuziehen. Wenn jeder sein "Wissen" in einem internetfähigen Handy speichern würde, wäre die Gesellschaft irgendwann so verblödet, dass sie selbst das Handy nicht mehr bedienen könnte. Und was ist, wenn selbst das Internet keine Antwort auf ein neues Problem mehr kennt? Wer editiert dann die Wikipedia-Seiten?
Ach was, das Internet bietet auf nahezu jede, realistische Frage eine Antwort. Willst du einen Beweis? Ich wette, dass ich innerhalb weniger Sekunden Antworten auf Fragen zu allen möglichen Fachgebieten beantworten kann. Schneller als jeder Professor es aus dem Kopf könnte. Ein Beispiel? Denke dir eine Frage aus.
Warum werden Mücken nicht vom Regen getroffen? Eigentlich müssten sie von der Wucht der Wassermassen doch erschlagen werden.
(Google, Suchzeit 0,40 Sekunden): Eine heimische Mücke wiegt gerade einmal zwei Milligramm. Ein sehr dicker Regentropfen bringt es auf 100 Milligramm. Dieses Geschoss mit einer 50 mal größeren Masse, acht Meter pro Sekunde schnell, könnte der Mücke schon gefährlich werden. Aber gerade diese Wucht rettet das Insekt: Der Tropfen verdrängt in seinem Fall Luft. Diese Druckwelle reicht aus, die Mücke schlicht wegzuschieben. Was einem aufmerksamen Beobachter als geschicktes Ausweichmanöver erscheint, ist also eher ein willenloses Taumeln.
Nicht schlecht. Geschichte: Was versteht man unter den Rieseberg-Morden?
(Wikipedia, weniger als eine Sekunde): Die Rieseberg-Morde sind ein Verbrechen der Nationalsozialisten vom 4. Juli 1933. SS-Angehörige ermordeten an diesem Tag elf Männer in der Nähe der Ortschaft Rieseberg bei Königslutter am Elm. Ziel war die Abschreckung von Regime-Gegnern.
Ratteratteratter - Klonk - ratteratteratter - Klink, Klonk.
Was willst d u einmal werden – Kissen oder Stempel?
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Ich bin Informatik-Student und muss leider sagen das man in der Uni nichts gescheites lernt. Abolut kein Praxisbezug. Ich kann das beurteilen weil ich viele Monate neben der Uni meinen zukünftigen Beruf ausgeübt habe. Die Professoren interessieren sich nicht für die Studenten und die Benotung des ganzen Studiums hängt von Klausuren ab, die man auf zwei Händen abzählen kann. Das ganze System ist insgesamt eine inmense legalisierte Abzocke!
Alles was ich lerne, der ganze Stoff kommt entweder von Büchern oder von Skripten der Professoren. Man bräuchte die Uni nicht, wenn man Zugriff auf alle Bücher und Skripte hätte. Das schlimme ist, das Uni's jetzt auch noch Studiengebühren in höhe von 700€ verlangen. Jetzt nachdem ca. 1 Jahr oder mehr seit der Einführung der Studiengebühren vergangen ist, hat sich immer nocht nichts in meiner Uni verbessert. Wo geht das Geld hin?
Wikipedia ist eine nette Enzyklopedie die ich häufig verwende. Aber die richtig schwere Themen werden meist nur ansatzweise erklärt und wenn sie erklärt werden dann nur sehr unverständlich. Wikipedia ist im fachspezifischen Bereich nichts für Studenten.
Ich bin insgesamt von beiden Systemen enttäucht. Denn sowohl in der Uni mit der angeblichen besonderen Atmosphäre, als auch bei der allwissenden Wikipedia-Enzyklopedie fühle ich mich am Ende komplett auf mich allein gestellt. Nirgens ist man so allein wie in einem Vorlesungssaal während der Vorlesung. Denn dort versteht man meistens nichts. Genauso ist es bei den fachspezifischen Wikipedia-Artikeln.
ich habe in meinem leben sehr oft die schulbank gedrückt und mußte, gerade während meiner umschulung zur IT-Systemkauffrau feststellen, dass man sich wissen fast nur in der praxis aneignet! nach meinem 6 monatigen praktikum konnte ich meinen dozenten gefaltet in die tasche stecken und konnte schulungen abhalten, wo er noch richtig viel hätte lernen können!
wiki in ehren ( ich nutze es fast täglich) aber gerade in spezifischen fragen ist es nicht ganz so stark! ich würde beiträge schreiben, wenn ich die zeit und die lust hätte, aber allen ernstes, ich habe keine lust! ;)
Ich habe erfolgreich mein Informatikstudium abgeschlossen, die Zustände waren katastrophal. Überholte Sachen musste man pauken, was unter dem Deckmantel Grundlagenwissen verkauft wurde. Dass dieses "Grundlagenwissen" inziwschen total falsch ist (ja es gibt sowas wie Weiterentwicklung und Fortschritt), hat wohl niemand dran gedacht. Die meisten Profs die Informatik (90%) unterrichtet haben, an der Uni wo ich war, haben gar kein Informatik studiert und kamen aus anderen Fachrichtungen (den meisten hatten dann auch keinerlei bezug zu den anderen Fachgebieten der Informatik und die Informatik besteht sicherlich nicht aus einer Einzeldisziplin). Dann wurden ganze Inhalte von Vorlesungen aus Büchern gek...t. Wusste man, aus welchem Buch die Sachen kamen, hat man sich lieber das Buch gekauft und das schlechte Skript in die Tonne geworfen.
Mein Wissen das ich derzeit besitze stammt zu 90% aus Büchern und dem Internet und nicht durch das Studium. (In der Zeit die ich für das Studium aufbringen musste, hätte ich über andere Quellen, viel mehr Wissen und Praxiserfahrungen erlangen können)
Das man aber auch durch das Studium etwas lernen kann, zeigt mein Nebenfach bei der Fakultät Maschinenbau. Dort gibt es sehr wenig Kritik zu äußern. Sehr moderne Inhalte und Lehrmethoden (Ok, bei dem Nebenfach konnte ich den Großteil meiner Veranstaltungen frei wählen...).
Man sollte mal einsehen, das Faktenwissen keinem etwas nützt. Es sollte lieber vermittelt werden wie man an Probleme rangeht und diese lösen kann / sollte, bzw. wie man Strategien entwickelt.
safexy
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