Unter falscher Flagge: Marken der Mischkonzerne
Ausgehöhlt: AEG und Telefunken
Dabei vertreibt Medion die Produkte auch unter anderen Marken wie Microstar, Micromaxx, Lifetec, Life, Cybercom oder Tevion. Lediglich an der Modellnummer, die mit MD oder LT anfängt, kann der Kunde erkennen, dass es sich um Geräte von Medion handelt. Bis 2005 durfte Medion sogar im Auftrag von Hewlett-Packard Desktop-Computer der Modellreihe Pavilion für den europäischen Markt herstellen.
1887 in Berlin gegründet, war die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) zeitweise der zwölftgrößte Hersteller von Elektrogeräten weltweit. Seit 1996 ist die Firma komplett liquidiert, wobei der Markenname AEG in vielen Elektrogeräten, die vor allem in der Küche zu finden sind, noch eingesetzt wird.

1970 beginnt der Niedergang der Traditionsfirma, die sich durch erfolglose Großprojekte ins finanzielle Desaster stürzt. Zwei Jahre später wird zuerst die Unterhaltungselektroniksparte unter dem Namen Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH aus dem Konzern ausgegliedert, hiernach folgt die Computertechnik, die später an Siemens verkauft wird. Auch Telefunken besteht weiterhin als Markenname für Elektronikgeräte.
Deutsch-Türkische Partnerschaft: Koç Holding A.Ş
In der Nachkriegszeit gegründet, musste das Traditionsunternehmen Grundig, das seinen Sitz in Nürnberg und Fürth hatte, im Jahr 2003 endgültig Insolvenz anmelden. Bereits ab den 1980er Jahren befand sich das Unternehmen in ziemlicher Bedrängnis, da es mit einer enormen Konkurrenz aus Asien zu kämpfen hatte und sich mit einigen Produktentwicklungen verschätzt hatte.

Danach wurde Grundig in verschiedene Teile gespalten: Grundig Business Systems GmbH, Grundig Home Intermedia System, Grundig SAT Systems GmbH und Grundig Car InterMedia System. Letztere wurde von einem türkisch-englischen Konsortium bestehend aus dem Elektronikhersteller Beko Electronic A.S. und dem britischen Unternehmen Alba Radio Limited übernommen.
Mittlerweile ist die Koç-Tochter Beko Alleineingentümerin der Grundig Intermedia GmbH und stellt die Grundig LCD-Bildschirme in einer Fabrik in der Türkei her. Betreut wird die Fertigung allerdings von Grundig-Ingenieuren, deren Firmensitz sich in Nürnberg befindet.
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