Objekte helfen mit ihrem spezifischen Gewicht Passwörter zu merken
Passwort vergessen: USB-Waage und Software helfen
Markus Henkel
Indianer Jones hatte nur einen Versuch, als er die goldene Statue vom Sockel entwendete. Mit einem Sandsack wollte er das System, was auf einer Gewichts-Waage basierte, überlisten. Alle die den Film gesehen haben, kennen den Ausgang der ersten Film-Sequenz: Das Gewicht des Sandsacks passte mit dem der Statue nicht überein und die Höhle stürzte ein. Ein Japanischer Forscher hat dieses Unterfangen, scheinbar nach dem Jones-Prinzip, elektronisch umgesetzt: Eine USB-Waage merkt sich über das Gewicht von Gegenständen Passwörter und trägt diese mittels Software sogar gleich in die Login-Felder ein.
Denn die meisten Gegenstände im Haushalt haben ein sehr spezielles Gewicht, das auch meist unverändert bleibt. Dieses Gewicht macht sich die Software Amphibian, mit Hilfe der genannten Waage zu nutze. So soll laut Professor Hiroshi Ishii, vom MIT Media Laboratory in Cambridge, USA, der Gegenstand, als Beispiel sei hier der Schlüsselbund genannt, einfach auf die USB-Waage gelegt werden - den Rest erledigt die Software. Sie errechnet aus dem Gewicht ein Makro, das aus mehreren Dezimalzahlen besteht, und so zu jeder spezifischen Passworteingabe ein solches Programm startet. Das ganze soll 85 Dollar kosten (knapp 54 Euro) und ist vorerst nur in den USA zu haben.

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Chaos auf dem Schreibtisch - in diesem Fall dient es der Sicherheit. Jeder Gegenstand verkörpert mit seinem spezifischen Gewicht ein Passwort. (Bild: kk.org)
Ein Makro arbeitet eine feste Vorgabe an Befehlen ab. Es kann beispielsweise bestimmte Befehle oder individuelle Tastaturcodes enthalten. Die gesamten Anweisungen liegen in dem Makro vor und werden automatisch ausgeführt. Die Passwörter müssen natürlich vorher mit der Waage, der Software und den gewünschten Objekten abgespeichert werden. Ein Beispiel verdeutlicht es: Sie öffnen einen Browser um die Mails abzurufen.
Der genaue Ablauf
Auf der Login-Seite wird in der Regel nach Username und Passwort gefragt. Jetzt kommt die Waage ins Spiel: Auf diese legen Sie den Schlüsselbund, der vorher zugeordnet wurde. Die Software löst nach der Ermittlung des exakten Gewichtes den Schlüsselbund-Makro aus und generiert den Zugang in die gewünschten Felder. Aber Vorsicht, Sie haben auch weiterhin nur so viel Möglichkeiten die Daten einzugeben, wie es der Anbieter vorsieht. Der Makro wird auch nicht starten, wenn Sie am Schlüsselbund einen weiteren Schlüssel anhängen - also den Dezimalwert verändern.
So kann eine Heftklammer den Zugang zu Ihrem Flickr-Account verkörpern, ein USB-Stick wiederum die Tür zum Backend der eigenen Homepage öffnen. Doch ganz ohne Nachdenken geht es nicht. Sie müssen sich die genaue Zuordnung der Gegenstände merken. Heftklammer gehört zu Flickr, der mobile Speicher zum Backend und der Schlüsselbund zum E-Mail-Postfach. Die Idee hat als Klassenprojekt begonnen: Die Studenten experimentierten nach den Pflichtstunden noch an der Idee. Die Aufgabenstellung sah vor, Informationen über Beziehungen von Gegenständen aus der realen Welt mit den Gedanken der digitalen Welt zu verknüpfen.
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