Slowakische Firma droht Kundendaten an Ermittler weiter zu geben

Fastload.tv: Filesharing-Anbieter versucht Kunden zu erpressen

Fastload.tv verlangt nicht nur eine monatliche Gebühr für die Nutzung seiner Download-Software, sondern versucht auch noch mit anderen Mitteln seinen Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Netzwelt hat Rechtsexperten dazu befragt.

Briefkästen
Hoffentlich ist der Firmensitz von Oxyron s.r.o. größer als ein Briefkasten.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Abo-Dienst mit neuer Einnahmequelle
  2. 2Für Rechtsanwälte und Verbraucherschützer ein alter Bekannter
  3. 3"Versuchte Nötigung, versuchter Betrug, versuchte Erpressung, versuchte Strafvereitelung"
  4. 4Briefkastenfirma?
  5. 5Vom Saulus zum Paulus

Abo-Dienst mit neuer Einnahmequelle

Kunden, die sich bei fastload.tv angemeldet haben, bekommen seit über einem Jahr Schreiben des Betreibers Oxyron s.r.o aus der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Dabei spielt es scheinbar keine Rolle ob sie innerhalb des Testzeitraums gekündigt haben oder die monatliche Gebühr von 6,90 Euro für ein Jahr im Voraus gezahlt haben. Ein solcher Brief liegt netzwelt vor. In ihm heißt es unter der einschüchternd wirkenden Überschrift "Ermittlungsverfahren, Abmahnung / Unterlassung, Schadensersatz", dass dem Unternehmen eine "Ermittlungsanfrage der Generalstaatsanwaltsschaft" vorliege.

Schreiben von Oxyron / fastload.tv

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Fastload.tv Startseite - Auf seiner Homepage preist fastload.tv seine Download-Software an.
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Auf seiner Homepage preist fastload.tv seine Download-Software an.

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Schreiben der Oxyron s.r.o. - Seite 1 des Schreibens der Oxyron s.r.o.
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Seite 1 des Schreibens der Oxyron s.r.o.

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Schreiben der Oxyron s.r.o. - Seite 2 des Schreiben der Oxyron s.r.o.
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Seite 2 des Schreiben der Oxyron s.r.o.

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Schreiben der Oxyron s.r.o. - Kostenrechnung der der Oxyron s.r.o.
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Kostenrechnung der der Oxyron s.r.o.

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Schreiben der Oxyron s.r.o. - Beigelegte Unterlassungsverpflichtungserklärung der Oxyron s.r.o.
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Beigelegte Unterlassungsverpflichtungserklärung der Oxyron s.r.o.


Im folgenden teilt Oxyron/fastload.tv mit, dass nach ihrer Überprüfung die Vorwürfe korrekt seien und deswegen auch ein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorliege. Man sei der Firma gegenüber zu Schadensersatz verpflichtet. Zahle man nicht würden die angeblich vorhandenen anonymisierten Daten ohne Anonymisierung an die Staatsanwaltschaft herausgegeben werden. Vorher weist das Unternehmen aber noch auf das drohende Strafmaß hin.

In dem netzwelt vorliegenden Schreiben werden insgesamt 341,60 Euro für "Rechtsberatungskosten", "Übersetzungskosten" und Auslagen für Porto und Telekommunikation gefordert. Andere Verbraucher berichten von ähnlichen Summen. Zusätzlich solle der oder die Betroffene eine Unterlassungsverpflichtungserklärung unterschreiben.

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Für Rechtsanwälte und Verbraucherschützer ein alter Bekannter

Der auf Medienrecht spezialisierte Hamburger Rechtsanwalt Dr. Alexander Wachs kennt die Anschreiben aus seiner Praxis und hält sie "bestenfalls für den Versuch auf den Abmahnzug aufzuspringen und mit der allgemeinen Sorge der Nutzer Geld zu verdienen." Seiner Meinung nach ist die Formulierung des Schreibens dabei an entscheidenden Stellen schwammig, etwa, wenn es auf Seite 1 heißt, "uns liegt eine Ermittlungsanfrage der Generalstaatsanwaltschaft vor, welches nach unserer Einschätzung von der GVU e.V.[..] initiiert wurde". "In der Strafanzeige wäre der Antragssteller eindeutig benannt, was einer Plausibilität des Schreibens widerspricht,", erklärt Rechtsanwalt Wachs.

Er erläutert weiter: "Meiner Meinung nach befinden wir uns hier im Bereich der versuchten Nötigung oder gar des versuchten Betrugs/Erpressung an den angeschriebenen Nutzern. Das Anschreiben der Nutzer durch Oxyron s.r.o mit dem Hinweis auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft könnte nach meiner Meinung in Deutschland sogar den Straftatbestand der (versuchten) Strafvereitelung erfüllen."

"Versuchte Nötigung, versuchter Betrug, versuchte Erpressung, versuchte Strafvereitelung"

Die Rechnung hält er ebenfalls für abenteuerlich: "Die Oxyron verlangt Rechtsberatungskosten zur Erlangung einer Akteneinsicht und Übersetzungskosten. Es ist nicht ersichtlich, in welche Akte Einsicht genommen worden sein soll. Die Höhe scheint ebenfalls vollkommen willkürlich gewählt. Die Übersetzungskosten sind auch völlig unklar. Sind mit Übersetzungskosten die Kosten für das Schreiben an die Nutzer gemeint? Falls ja, warum sollen dann jedes Mal die Übersetzungskosten anfallen. Mir liegen mehrere völlig identische Schreiben vor, hier wurden offensichtlich nur die Namen ausgetauscht."

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 12 Beiträge

Hi Grunzer, na ja, einen richtigen Ansturm bezüglich dieses Artikels haben wir nicht bemerkt. Und selbst wenn - die netzwelt kann so einiges mehr abhaben als ein kleineres Blog. Von mir aus...

?? So war meine Frage nicht gemeint! Ich wollte nur wissen, ob Ihr den Ansturm der Heisenutzer hier auf der netzwelt gemerkt habt nachdem dort auf den...

Schau doch mal, was nur ein paar Beiträge über deinem steht. Zum besseren Verständnis habe ich die wesentliche Stelle markiert. Zitat: Bitte vorsichtig sein! Wir wollen hier weder...

Hi, Habt Ihr nach diesem Artikel auf Heise einen Nutzeransturm bemerkt? http://www.heise.de/newsticker/Tauschboersen-Anbieter-zockt-Nutzer-ab--/meldung/110336 Mich würde es...

Hochinteressant was ich hier ganz oben zu lesen bekommen habe. Das sind ja ganz miese Tricks. Hoffentlich kann denen das Handwerk gelegt werden.

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