Sind IT-Jobs langweilig?
Bitkom: IT-ExpertInnen bitte melden
Mehmet Toprak
Wer eine IT-Ausbildung absolviert hat, hat beste Chancen, einen guten Job zu bekommen. Das könnte man aus der aktuellen Quartalsbefragung des Branchenverbands Bitkom schließen. Mehr als die Hälfte wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Der vielfach beklagte Fachkräftemangel ist aber noch lange nicht behoben. 58 Prozent aller Unternehmen sagen, dass "der Expertenmangel ihre Geschäfte bremst".
Dabei steigen die Erstsemesterzahlen in technischen Studienfächern, doch das reicht offenbar noch nicht. Vor allem der geringe Frauenanteil in den "wichtigsten Qualifizierungswegen" hat Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer "alarmiert". Nur 17 Prozent der Studienanfänger in der Informatik und nur neun Prozent der IT-Auszubildenden seien Frauen. Der Branchenverband unterstützt daher die Initiative der Bundesregierung, mehr junge Frauen für technische Themen zu begeistern und fordert, Informatik als Pflichtfach an den Schulen einzuführen.
Vielleicht liegt der Fachkräftemangel einfach daran, dass IT-Jobs bei Studenten als langweilig gelten. Zumindest bei britischen Studenten. Das hat jetzt eine Studie der britischen Organisation CRAC herausgefunden. Die Organisation widmet sich dem Thema Karriere und Lernen.
Wirtschaft und Staat modernisieren ihre Systeme
Abgesehen vom Fachkräftemangel geht es der deutschen IT-Industrie aber ziemlich gut, wie die Quartalsbefragung der BITKOM ergeben hat. 62 Prozent der Unternehmen erwarten im Jahr 2008 steigende Umsätze, nur 15 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Der Bitkom-Branchenindex geht zwar im zweiten Quartal etwas zurück, doch positive Impulse kommen aus Wirtschaft und Staat, die in die Modernisierung ihrer Systeme investieren. Davon profitieren werden im laufenden Jahr Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen. Laut Bitkom erwarten 72 Prozent der befragten Unternehmen 2008 ein Umsatzplus. Bitkom ist die Interessenvertretung der deutschen IT-Wirtschaft und vertritt mehr als 1.200 Unternehmen.
Nicht ganz so rosig ist die Lage bei der Hardware. 38 Prozent der Firmen rechnen mit stabilen Erlösen und 16 Prozent mit sinkenden Umsätzen. Notebooks bringen Bewegung in den Markt. Ausgewachsene Notebooks, die neuerdings schon für unter 500 Euro zu haben sind, sowie die Mini-Notebooks für 200 oder 300 Euro haben ein neues Marktsegment etabliert. "Die Kunden können im Sommer mit vielen attraktiven Angeboten rechnen", verspricht Scheer. Da wird mancher Italien- oder Spanien-Urlauber wohl einen Asus EeePC oder ein ähnliches Gerät in den Urlaubskoffer packen.
Ganz ähnlich wie der Branchenverband schätzen die Marktforscher von IDC die Lage ein. Deren Analysten erwarten in diesem Jahr einen Anstieg der IT-Ausgaben um 4,6 Prozent. Dabei floriert besonders der Softwaremarkt. Hier schlagen Business-Themen wie SOA und "Software as a Service" zu Buche. Das Hardwaresegment dagegen schwächelt laut IDC wegen des anhaltenden Preisverfalls.
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