Kinder im Netz: Freizügigkeit gegen Totalüberwachung
Kinder sollten von sich aus merkwürdige Dinge ansprechen
Das Internet komplett aus dem Nutzungsverhalten der Kinder streichen zu wollen, ist natürlich unmöglich, da zum einen die Kinder schon durch die Schule dazu angehalten werden, das Internet aktiv zu Recherchen zu verwenden und zum anderen gerade der Reiz des Verbotenen die Kinder umso mehr anstachelt, ins Internet zu kommen.
Bleibt also nur die Strategie, dass Kinder nur im Beisein der Eltern surfen dürfen. Jedoch wird jeder aus eigener Erfahrung wissen, dass zwischen seriösem Content und der Schmuddelseite nur wenige Klicks liegen. Da reicht es schon, wenn der Nachwuchs nur wenige Minuten aus den Augen gelassen wird. Da die Eltern aber nicht immer dabei sein können, wenn der Nachwuchs ins Netz will, müssen konkrete Absprachen zwischen Eltern und Kindern getroffen werden, welche Seiten angesurft werden dürfen und welche Tabu sind.

Ebenso sollten die Kinder so viel Vertrauen zu ihren Eltern haben, dass sie sofort das Gespräch mit ihren Eltern suchen und ihnen sofort melden, wenn ihnen etwas komisch vorkommt oder sie von Personen bedroht oder mit anzüglichen Kommentaren belästigt werden. Die Eltern ihrerseits sollten darauf achten, dass die Nutzungszeiten des Internets von ihren Sprösslingen nicht überschritten werden.
Als Faustregel gilt hier, dass Schulanfänger nicht länger als 20 Minuten pro Tag vor dem Rechner verbringen sollten und die Sieben- bis Zehnjährigen nicht mehr als 45 Minuten. Je älter die Kinder werden, desto längere Zeiten können vereinbart werden.
Auswirkungen auf die Kinder
Aber sind Sex- und Gewaltseiten für Kinder überhaupt reizvoll? Laut Michael Schulte-Markwort, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, kann in 80 Prozent der Fälle davon ausgegangen werden, dass der Konsum von Internetseiten mit freizügigem Inhalt für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zwar interessant ist, sie aber nach relativ kurzer Zeit das Interesse daran verlieren und sich anderen Dingen zuwenden.

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