Earth Simulator: Der alte und neue Meister des Klimas

Veränderungen können nur mit dem Supercomputer simuliert werden

Mit der Zunahme ungewöhnlicher Wettereffekte ist aber auch das Interesse beim einfachen Bürger gestiegen. Das bringt die Meteorologie, welche noch immer als junge Wissenschaft gilt, mächtig unter Druck. Auch weil immer mehr Unwetter über die Erde fegen. Man interessiert sich nicht mehr nur für das Wetter in der Urlaubsregion, nicht mehr für die täglichen Fragen: Wird es regnen? Ist es draußen kalt? In den letzten Jahren ist ein Bewusstsein eingetreten, welches die Wissenschaft aufatmen lässt. Endlich wird die wissenschaftliche Arbeit anerkannt und findet auch in der Gesellschaft Beachtung. Das zeigt auch die nun geplante Neuinstallation des Earth Simulators.

So sieht das auch Dr. Onno Groß, Meeresbiologe und Gründer der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE: "Die Ozeane mit ihren komplexen biologischen Wechselwirkungen spielen eine Schlüsselrolle in der Klimaforschung: 50 Prozent des Sauerstoffs entstammen dem Meer und gleichzeitig wird ein Drittel des atmosphärischen Co2 gespeichert. Doch der Temperaturwandel und die Versauerung der Meere durch die Autoabgase bedrohen die Leistung der Organismen. Die Folgen dieser Veränderungen können erst durch Hochleistungsrechner wie dem neuen Earth Simulator verständlich gemacht werden", schildert der Biologe gegenüber netzwelt die Situation.

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Der Strömungs- und Temperaturverlauf in einem japanischen Gewässer

Der neue Rechner kann Dank der Optimierungen erweiterte Funktionen wahrnehmen. Dazu gehören auch exakte Hochgeschwindigkeits-Analysen und damit noch genauere Prognosen für weltweite Umweltphänomene. Wissenschaftler erhoffen sich nun, mit der Leistungssteigerung des Rechners, die sich auf den Menschen negativ auswirkende Klimaveränderung zu beeinflussen - denn stoppen kann man den Klimawandel nicht mehr. Auch, weil sich in den letzten Jahren die Befürchtungen der globalen Erwärmung immer weiter verschärft haben.

Ein Blick in die Zukunft

Das ist auch einer der Gründe für den Deutschen Wetterdienst, eine neue Maschine zu installieren. Auch hier sollen Vektorrechner der Firma NEC Klima-bedingte Modelle liefern. Die Installation ist gerade in Arbeit und wird voraussichtlich im Dezember diesen Jahres abgeschlossen sein. Ein weiterer Superrechner entsteht dazu in Japan: Hier soll im Auftrag des RIKEN Institut (Institute of Physical and Chemical Research) in Tokio der erste 10 Petaflop-Rechner entstehen. Dieser wird natürlich außer dem Klima auch andere Forschungsgebiete simulieren können. Aber alleine der enorme Leistungs-Wachstum in der HPC-Branche lässt das spannende Buch des Supercomputings niemals enden.

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