Auf der ISC sprach netzwelt mit Oliver Rettig (IBM) über Supercomputer
Supercomputer: "Wir bekämpfen uns nicht bis aufs Messer"
Markus Henkel
Jedes Jahr versammelt sich die Elite des Supercomputings auf der ISC (International Supercomputing Conference), dieses Mal in Deutschland. Es handelt sich dabei um die größte Konferenz dieser Art in Europa und Themen rund um die Hochleistungscomputer-Wissenschaften stehen im Fokus. Netzwelt war mittendrin und traf sich mit Oliver Rettig, Programmmanager CellBlade-Hardware bei IBM, zu einem Interview.

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Ein Herz und eine Seele: Oliver Rettig mit seiner Hardware
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netzwelt: Herr Rettig, Sie haben am Projekt Roadrunner mitgewirkt. Was war dabei Ihre Aufgabe und welche Herausforderung beinhaltete die neue Nummer eins der Top 500?
Oliver Rettig: Ich selbst war für die Produktlinie, für die Hardware-Entwicklung verantwortlich. Meine Belange liegen auch nach dem Roadrunner-Projekt darin, das Produkt "QS22 Processor Blade" auf den Markt zu bringen. Diese neue Prozessor-Generation ist ein Teil der neuen Nummer eins.
Mein gesamtes Team, es sind 120 Spezialisten, hat dazu beigetragen, dieses scheinbar Unmögliche zu schaffen. Genau hier war auch die Herausforderung: Knapp 7.000 Blades müssen erst einmal logistisch umgesetzt werden - auch weil Teile in Asien hergestellt werden. Die technische Herausforderung ist also bei solchen großen Projekten das Zeitmanagement und der logistische Teil. Das gesamte System des neuen Cell-Prozessors QS22 in die Soft- und Hardwareumgebung einzubinden war eine wirkliche Superleistung.
Der QS22 ist dazu etwas ganz Neues. In einem großen Unternehmen wie IBM etwas Neues einzuführen, ist unglaublich schwierig. Solche Dinge etablieren sich meist sehr langsam und daher freut uns das ganz besonders, dass wir mit dem Roadrunner ein tolles Vorzeigeprojekt haben.
Eine andere Herausforderung ist für die Techniker die Installation selbst. Hier muss man sich alleine nur die Verkabelung anschauen: Bei alleine 6.120 QS22 Blades fallen ganze 91,2 Kilometer Glasfaserkabel an. Bei der Frage, 'Wie beschrifte ich welche Kabel', können schon mal einige Woche vergehen.
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