"Take a seat" - Ein Stuhl als ständiger Begleiter
Gadget Globus: Treue Sitzgelegenheiten aus Holland
Jan Johannsen
Die Openbare Bibliothek in Eindhoven testet gerade "Take a seat". Das Konzept ist die Abschlussarbeit des Designers Jelte van Geest. Dabei handelt sich um Stühle, die den Besuchern der Bücherei wie ein treuer Hund auf Schritt und Tritt folgen.
Auf den ersten Blick wirkt es befremdlich, wenn dem Bibliotheksbesucher ständig ein Robo-Hocker hinterher fährt. Der praktische Nutzen wird jedoch schnell sichtbar. Man hat immer eine Sitzgelegenheit in der Nähe - egal in welchem Regal man ein Buch gefunden hat. Aktiviert wird der Stuhl durch kurzes Vorhalten des Bibliotheksausweises, der mit einem RFID-Chip (Radio Frequency IDentification) versehen ist.
Der Robo-Stuhl bleibt seinem Besitzer auf den Fersen, bis dieser die Bibliothek verlässt. Nach der Trennung von seinem Besitzer fährt er selbsttätig an seine Parkposition zurück und lädt seinen Akku wieder auf. Die Stühle können auch als Rudel aktiviert werden, um zum Beispiel als Sitzgelegenheiten für die Zuhörer eines Vortrags aufgestellt zu werden.
Man darf gespannt sein, was der Versuch in Eindhoven ergeben wird. Ab wie vielen Besuchern bricht Chaos aus, weil die Stühle sich gegenseitig im Weg stehen? Springt ein Stuhl zur Seite, wenn sich jemand anderes als sein Besitzer auf ihn setzen will? Folgt er einem bis auf die Toilette? Bis deutsche Studenten sich über nachlaufende Robo-Stühle mit Aufklebern wie "Diese Neuanschaffung wurde durch Studiengebühren ermöglicht!" freuen können, dürften noch einige Jahre vergehen.
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