Es bahnt sich neuer Gegenwind gegenüber Abmahn-Anwälten an
BitTorrent: Mutmaßliche Filesharer wehren sich erfolgreich
Filesharing
In den letzten Jahren haben hunderte Engländer Abmahnungen von Rechtsanwälten erhalten, die Entschädigungen für angeblich per Upload bereitgestellte Werke verlangen. Alle Werke waren Copyright-geschützt und die Rechtsanwälte sollen damit gedroht haben, dass bei einer Nichtzahlung das Gericht eingeschaltet werde und dann noch empfindlichere Strafen drohten.
Anwälte machen zusammen Jagd nach Copyright-Verstößen
Aufgrund fraglicher Abmahnungen von Bürgern wurde in England im März 2007 eine Bürgerinitiative gegründet. Diese sieht sich nun mit mehreren Abmahnungs-Fällen konfrontiert, die laut einigen Betroffenen durch falsche Anschuldigungen entstanden sind. Mehrere Anwälte, die so genannten Davenport Lyons, machen demnach im Auftrag der Firmen Logistep, Zuxxez/Topware und CodeMasters Jagd nach Copyright-Verstößen.
Die am meisten betroffene Software sind laut Davenport Lyons die Spiele "Dream Pinball 3D", "Colin McRae Dirt" und "Call of Juarez". In ihren Briefen sollen die Anwälte einen sehr ernsten Ton angestimmt und sogar damit gedroht haben, bei Nichtzahlung die Häuser der Betroffenen beschlagnahmen zu lassen. Diese harte Gangart zeigt offenbar wenig Wirkung: So lehnen alle Betroffenen eine Zahlung einfach ab.
Großmutter soll Rennspiel angeboten haben
Die Gründe für eine Nichtzahlung sind laut der Seite torrentfreak unterschiedlich. Eine Frau Namens Tania erklärte gegenüber torrentfreak, dass ihr Sohn wahrscheinlich etwas angeboten habe, doch sei sie nicht in der Lage, die 600 Pfund, etwa 762 Euro, zu zahlen. Andere wiederum zahlen nicht, weil sie sich zu unrecht beschuldigt fühlen. Eine 67-jährige Großmutter hat beispielsweise noch nie etwas von "Colin McRae Dirt", dem Auto-Rennspiel, gehört, und wurde laut torrentfreak dennoch abgemahnt.
Von einer Zahlung ist bisher noch nichts bekannt. Ein Mann hat sogar mehrere Abmahnung abwehren können und immer wieder schriftlich seine Unschuld erklärt. Warum auch hier keine weiteren Schritte eingeleitet worden sind, ist nicht bekannt. Diese Vorgehensweise zeigt aber, dass die Abmahnungen fraglich zu betrachten sind.
Weltweit sind Abmahnungswellen auf dem Vormarsch. Noch scheinen die meisten, auch aus Angst vor höheren Strafen, zu zahlen. Doch die Fälle in England könnten für die Abmahner weltweiten Gegenwind bedeuten.
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