Britische Forscher erzeugen Musik mit Gehirnströmen
Musik durch Gedanken: Komponieren ohne Instrument
Forscher der Goldsmith-Universität in London haben eine Technologie entwickelt, um Gedanken in Musik zu übersetzen. Die Forscher nutzen dazu die Gehirnströme der Versuchsperson, um die Tonhöhe eines beliebigen Intruments zu steuern.
Damit die "Gehirn-Musik" entstehen kann, muss der Proband eine Kappe mit Elektroden anziehen, die "G-Tec". Dabei müssen die Elektroden nah an der Kopfhaut sitzen. Ein spezielles Gel sorgt für den direkten Kontakt zwischen Haut und Elektroden. Ein angeschlossenes EEG-Gerät misst die Ströme im Gehirn.
Die Musik entsteht allerdings nicht nur durch bloßes Denken an eine Note, eher durch das visuelle Erkennen eines Tons. Die Person schaut auf einen Bildschirm, auf dem verschiedene Tonkürzel aufblinken. In kurzen Abständen blinken rote Kombinationen wie "B2" oder "C4" auf. Die Versuchsperson denkt an eine Note und konzentriert sich auf diese - das System versucht herauszufinden, welche Note die Person spielen möchte.
Das Prinzip dahinter: Sobald der Proband die Note sieht, an die er denkt, ändert sich die Gehirnaktivität. Das System erfasst diese Veränderung und weiß so, welche Noten es spielen soll. Wie der verantwortliche Forscher Mick Grierson in einem Interview mit der britischen BBC erklärt, liege die Trefferquote bei über 60 Prozent. Das sei noch nicht perfekt, aber für einen ersten Test schon beachtlich.
Grierson hat mit seinem Projekt vor allem Menschen im Auge, die ihre Hände nicht benutzen können. Mit der "Gehirn-Musik" möchte er diesen ermöglichen, ein Instrument zu spielen. Unterstützt wird er vom Rat für Kunst und Menschenkunde.

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