Spionage: Welche Techniken wirklich möglich sind
PGP: Die Gegenmaßnahme für jedermann
Einer dieser schlauen Köpfe ist der Amerikaner und IT-Guru Phil Zimmermann, Erfinder der Pretty Good Privacy-Verschlüsselung, kurz PGP. Das Ziel war klar: Alle Bürger sollen vor dem Zugriff durch Geheimdienste geschützt werden und sicher verschlüsselte Nachrichten austauschen können. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum PGP Anfangs nicht aus den USA exportiert werden durfte - fiel es doch, wie Waffen, unter das Exportgesetz.
Die Kuriosität bestand nun an der Umgehung der besonderen Exportbestimmungen: Der vollständige Quellcode des Krypto-Systems wurde in dem Buch "PGP Source Code and Internals" von Zimmermann veröffentlicht, um dann als Buch legal aus den USA exportiert zu werden - so standen Bücher nicht unter den genannten Exporteinschränkungen. Von ganzen 60 Freiwilligen soll das Buch abgetippt worden sein und steht noch heute für die Einführung einer internationalen Version von PGP.
Das Belauschen oder auch das Abfangen von Nachrichten hatte mit der Van-Eck-Phreaking-Technologie 1985 dann einen Höhepunkt: Als der Niederländer Wim van Eck die Technik zur elektronischen Spionage, bei der unbeabsichtigte elektromagnetische Abstrahlungen vom Monitor empfangen werden, erfand, warnte der Wissenschaftler schon vor den Folgen. Die von der NSA weiter entwickelte Temporary Emanation and Spurious Transmission-Abhörtechnik (TEMPEST) gehört wahrlich zu den exklusivsten Abhörtechniken.
TEMPEST Attacke: Technik, die nicht unbedingt begeistert.
Um sich dagegen zu schützen, ist entweder eine Komplett-Isolierung des Raumes oder der Gerätschaften notwendig. Aber auch eine Software kann einen kleinen Schutz bieten: SecureViewer schützt beispielsweise mit einer speziellen Schriftart, die die TEMPEST-Attacken verhindert - natürlich nur bei analogen Geräten. Und da diese Methode wieder dem Geheimdienst zugeschrieben werden kann, ist Panik auch hier fehl am Platz.
Aber vor wem muss der anständige Bürger denn eigentlich Angst haben? Prinzipiell muss niemand Angst haben, der nicht im hohen Maße kriminellen Tätigkeiten nachgeht - und wer seinen Rechner genügend geschützt hat. Das Zauberwort sind hier die Verkehrsdaten: "Uns allen wird langsam klar, dass gerade die tagtäglichen Verkehrsdaten genügend Informationen liefern, sodass man als Beobachter die eigentlichen Kommunikationsinhalte schon gar nicht mehr braucht", beschreibt Ude die gegenwärtige Situation.

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