Konzept für das Auto der Zukunft - Formwandler mit flexibler Haut
Auto mit Stoffhaut: BMW zeigt Konzeptstudie GINA Light
Yasmin Kötter
Der Automobilhersteller BMW macht mit einem andersartigen Automobil-Konzept auf sich aufmerksam: ein Modell, das gänzlich mit einer flexiblen Haut überzogen ist. Pünktlich zur Eröffnung des Münchener BMW-Museums am 19. Juni 2008 hat BMW das Modell aus den Design-Studios ins Rampenlicht geholt. Das Museum öffnet nach einer vierjährigen Umbauphase seine Pforten. Zu bestaunen gibt es unter anderem das Auto, das statt einer Metallverkleidung mit einer textilen Außenhaut bespannt ist.
Flexible Silberhaut statt Metallkarosserie
GINA Light nennt BMW seine Studie, die der Hersteller bereits vor sieben Jahren entwickelt hat. Was nach einem Frauennamen klingt, ist schlicht die Kurzform für das Prinzip "Geometrie und Funktionen in N-facher Ausprägung". BMW will mit GINA eine neue Formgebung und Funktionalität für Autos zeigen. Und das demonstriert der deutsche Hersteller mit einem Zweisitzer, den er in ein silbernes Kleid hüllt.
BMW GINA Light
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Die fast fugenlose Außenhaut lässt das Auto wie aus einem Guss wirken. Anders als eine Metallkarosserie, die in knapp zehn Elememente wie Motorhaube, Türen und Heckabschluss unterteilt ist, ziehen sich die bespannten Flächen in lediglich vier Teilen über das Auto. Das größte Bauteil reicht von der Fahrzeugfront bis zum Ansatz der Windschutzscheibe und seitlich bis zum hinteren Abschluss der Türen.
Das verwendete Material muss ganz bestimmte Eigenschaften mitbringen: Es muss sich fest spannen lassen, eine widerstandsfähige Oberfläche bilden und trotzdem flexibel bleiben. Die Struktur unter der Bespannung ist beweglich. Elektrisch und hydraulisch lassen sich die Elemente steuern und formen die darüberliegende Gewebehülle. Das Ziel: BMW möchte einzelne Funktionen erst dann sichtbar werden lassen, wenn der Fahrer sie benötigt.
Formwandler: Bewegliches Gerüst verändert die Optik
Das zeigt sich zum Beispiel bei den Scheinwerfern. Die liegen so lange verborgen, bis der Fahrer das Licht einschaltet. Durch die Bewegung der Metallkonstruktion öffnet sich die Haut und die Scheinwerfer werden sichtbar. Sie wirken dadurch wie ein menschliches Auge mit Lied. Blinker und Rückleuchten sind dagegen ganz bedeckt und leuchten durch das Gewebe hindurch.
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