Dünnes Kamera-Flaggschiff mit fühlbaren Schwierigkeiten

Im Test: Sony Ericsson Cybershot C902



12.06.2008 17:19 Uhr

Der Buchstabe "C" steht bei Sony Ericsson kurz für "Cybershot" - die Kamera-Handy-Serie des Herstellers. In diese Riege reiht sich an vorderster Front das C902 ein. Mit Fünf-Megapixel-Kamera samt Autofokus und Funktionen wie Gesichtserkennung tritt das flache Handy in Konkurrenz zur Digitalkamera.

sony ericsson c902
Die Linse legt erst der Schiebemechanismus frei.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Versteckspiel: Schiebemechanismus legt die Linse frei
  2. 2Herzstück: Digitalkamera mit Sensortasten
  3. 3Fotos: Das Ergebnis stimmt
  4. 4Flinke Datenübertragung per USB
  5. 5Sonstige Ausstattung: Organizer, HSDPA und Musik-Player
  6. 6Fazit: Kleine Tasten geben große Minuspunkte

Versteckspiel: Schiebemechanismus legt die Linse frei

Auf den ersten Blick erkennt man die Bestimmung des C902 nicht. Das gut einen Zentimeter schlanke Sony-Ericsson-Handy versteckt die Linse unter einem manuellen Schiebemechanismus. Der lässt das Handy aufgezogen um einen Zentimeter wachsen und gibt auf der Rückseite Kameralinse und Blitz frei.

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An den Seiten schmücken weiße Streifen das ansonsten unifarbende Gehäuse. Bis auf diese kleine Raffinesse wirkt die Hülle des C902 sehr schlicht. Auf der Vorderseite nimmt das Zwei-Zoll-Display den Großteil des Platzes in Anspruch. Die Tasten fallen wie bei vielen Sony-Ericsson-Geräten sehr klein aus. Damit erinnert das C902 an Vorgänger wie das K850i.

Doch im Gegensatz zum K850i verflüchtigt sich die Skepsis angesichts der kleinen Fingerfallen nicht so schnell. Die Zifferntasten fallen nach unten schräg ab und sind so glatt, dass die Finger schnell abrutschen. Die Navigationstaste in der Mitte steht nicht genug hervorher, sodass Menschen mit größeren Händen leicht den äußeren Kranz mitdrücken. Potentielle Käufer sollten zur Probe eine SMS mit dem C902 schreiben, um sich späteren Frust zu ersparen.

Herzstück: Digitalkamera mit Sensortasten

Die Hauptfunktion des C902 ist die Digitalkamera. Die schießt Fotos mit einer maximalen Auflösung von fünf Megapixeln, verfügt über einen Autofokus und ein Blitzlicht. Sobald der Benutzer das Gehäuse aufzieht, startet die Kamera und die Anzeige wechselt ins Querformat. Gleichzeitig leuchten oberhalb und unterhalb des Displays blaue Symbole auf.

Über diese Sensortasten lassen sich die wichtigsten Bildeinstellungen vornehmen, etwa verschiedene Szenenmodi von Nachtmodus bis Sport anwählen oder Selbstauslöser und Gesichtserkennung aktivieren. Die Sensortasten reagieren schon auf sanfte Berührungen - leider kann es durchaus passieren, dass ein versehentliches Vorbeistreifen genügt, um sie auszulösen.

Sony Ericsson wirbt mit der integrierten Gesichtserkennung, die Hobby-Fotografen von kompakten Digitalkameras kennen dürften. Im Foto-Handy arbeitet sie nicht sonderlich zuverlässig. Teils erkennt sie Gesichter, wo gar keine sind. Teils erkennt sie keine, die mittig und frontal zur Linse im Sucher positioniert sind. Wenn die Kamera ein Gesicht ausfindig gemacht hat, stellt sie das Bild zumindest zuverlässig auf diesen Bereich scharf.

Leider verlangsamt die Gesichtserkennung die Kamera und sie benötigt zu viel Zeit zum Auslösen des Fotos. Für Schnappschüsse ist diese Einstellung also die falsche Wahl. Ansonsten arbeitet der Autofokus recht schnell und die Kamera löst flink aus. In der Praxis fällt der Auslöseknopf negativ auf: Passend zu den anderen Tasten hat Sony Ericsson einen winzigen Knopf verbaut, der außerdem dicht neben der Lautstärke-Wippe sitzt.

sony ericsson c902
Die Gesichtserkennung verlangsamt die Kamera ungeheuer.

Im Vergleich mit anderen Kamera-Handys, wie dem G800 von Samsung, entspricht die Handhabung des C902 nicht der einer Digitalkamera. Optisches Zoom bietet das C902 leider nicht. Das heißt beim Zoomen holt das Handy das Motiv auf Kosten der Bildqualität nur digital näher vor die Linse. Der Makromodus überzeugt dafür im Praixstest - er stellt das Motiv aus weniger als zehn Zentimetern Entfernung scharf.

Fotos: Das Ergebnis stimmt

Die Fotos des Sony Ericsson C902 zeichnen sich durch kräftige Farben und gute Schärfe aus. Damit muss das Handy sich nicht hinter anderen Kamera-Handys verstecken. Die Qualität hängt allerdings stark von den Lichtverhältnissen ab. Sobald das Licht ausbleibt, leidet die Schärfe ungemein und die Aufnahmen verpixeln. Der verbaute Blitz sorgt zumindest für hellere, wenn auch nicht qualitativ bessere Fotos.

Neben Fotos nimmt das C902 Videos mit einer maximalen Auflösung von 320 mal 240 Pixeln auf. Zur Nachbearbeitung von bewegten und unbewegten Bildern stecken zwei Bearbeitungsprogramme im Handy: Video DJ und Photo DJ. Mit den beiden Anwendungen lassen sich Fotos zuschneiden, Effekte anwenden und Videclips mit Untertiteln versehen.

Bei der Wiedergabe von Fotos wechselt das Handy dank Lagesensor selbstständig den Anzeigemodus vom Hoch- ins Querformat. Das Anschauen macht mit dem Display aber nur begrenzt Freude. Die Fotos wirken blasser und unschärfer, als sich später auf dem PC herausstellt. Bei den übrigen Anwendungen zeigt sich der Bildschirm dagegen sehr farbkräftig und kontrastreich.

Der interne Speicher des C902 fällt mit 160 Megabyte knapp aus. Eine zusätzliche Speicherkarte legt Sony Ericsson nicht bei. Handy-Besitzer können den Speicherplatz ihres Mobiltelefons mittels Memory-Stick-Mikro erweitern. Der Einschub sitzt jedoch deplatziert unterhalb der hinteren Abdeckung, die sich zudem nur schwer abnehmen lässt.

Im Test: Sony Ericsson Cybershot C902
Testbild: Links das Motiv mit Blitz, rechts ohne Blitz

Flinke Datenübertragung per USB

Ein Plus erhält das Handy für die einfache Datenübertragung: Auch ohne eingesetzte Speicherkarte erkennt der PC das Handy als Massenspeicher, sobald es per USB-Kabel angeschlossen wird. Auf diese Weise lassen sich Dateien am bequemsten und schnellsten übertragen. Wer seine Daten wie Kontakte oder Kalendereinträge mit dem Rechner bearbeiten möchte, kann auf die mitgelieferte Software "Sony Ericsson PC Suite" zurückgreifen.

Die Daten wandern schnell zwischen den Geräten hin und her. Nach dem Abziehen des USB-Kabels benötigt das Handy allerdings etwa eine halbe Minute, bis es wieder einsatzbereit ist. Das Gerät erweckt den Eindruck sich ausgeschaltet zu haben, das Display leuchet aber selbstständig auf, sobald das Mobiltelefon bereit ist.

Sonstige Ausstattung: Organizer, HSDPA und Musik-Player

Das Menü ist wie von Sony Ericsson gewohnt übersichtlich. Die zwölf Symbole des Hauptmenüs sind selbsterklärend und das C902 somit durchaus ein Einsteiger-Handy. Für einen organisierten Alltag bietet das C902 alles Nötige: Kalender, integrierten E-Mail-Client, Aufgabenliste, Wecker und Rechner. Das Telefonbuch fasst insgesamt eintausend Einträge. Für jeden Kontakt legt das Handy fünf Tabs an, sodass Telefonnummern, Adressen und Zusatzinformationen optisch getrennt sind.

Im Internet surft das Quadband-Handy mit HSDPA. Der UMTS-Standard sorgt für eine flüssige Anzeige der Internetseiten. Durch die kleine Navigationstaste gestaltet sich das Bewegen des Cursors schwierig. Nutzer müssen mit spitzen Fingern navigieren, um nicht aus Versehen eine umliegende Taste zu erwischen.

Im Bereich Multimedia verfügt das C902 noch über einen Musik-Player und ein Radio. Der Player lässt sich einfach bedienen. Sony Ericsson legt ein Headset bei, dass für den Alltagsgebrauch reicht, aber vergleichsweise dünn klingt. Für besseren Klang sollten Käufer zu Kopfhörern wie den Koss Porta Pro oder für den großen Geldbeutel den Shure E500PTH greifen. Die lassen sich dank zweiteiligem Headset verwenden. Über Bluetooth schallt die Musik zudem drahtlos mit Stereoklang aus entsprechenden Kopfhörern.

Bei der Empfangs- und Sprachqualität leistet sich der Testkandidat keine auffälligen Schwächen. Die Lautstärke reicht aus, auch bei Telefonaten mit dem Lautsprecher. Dieser klingt zwar blechern, die Gesprächspartner sind dennoch gut zu verstehen.

Im Test: Sony Ericsson Cybershot C902
Die kleinen glatten Tasten sind nur schwer zu bedienen.

Fazit: Kleine Tasten geben große Minuspunkte

Das Sony Ericsson C902 besticht verglichen mit anderen Kamera-Handys, wie dem Nokia N95 oder dem Samsung G900, durch seine Größe. Das Handy ist trotz der hochauflösenden Kamera schlank und handlich. Die Bildqualität überzeugt. Die Gesichtserkennung enttäuschte im Praxistest und verlangsamte das ansonsten schnelle Mobiltelefon massiv.

Die Handhabung des C902 gestaltet sich durch die winzigen Tasten schwierig. Anders als beim Vorgänger, dem K850i, sind die Tasten nah beieinander und lassen sich nur mit der Fingerspitze gezielt treffen. Wer große Hände hat, sollte das C902 vor dem Kauf unbedingt einmal ausprobieren. Wen die Tasten nicht stören, der kann getrost zugreifen. Die Bedienstruktur überzeugt im Gegensatz zu den Bedienelementen.

Für den Kauf des Sony Ericsson C902 spricht die umfassende Ausstattung: Von MP3-Player über HSDPA für schnelles Surfen bis hin zu Organizer-Funktionen ist alles mit an Bord. Der Preis von etwa 350 Euro ohne Vertrag ist dafür stattlich. Wer nicht so viel ausgeben möchte, sollte einen Blick auf das K850i werfen, das ähnliche Bildqualität liefert und einhundert Euro weniger kostet. Dafür ist es nicht ganz so kompakt wie das C902 und weniger edel.

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Kommentare: Im Test: Sony Ericsson Cybershot C902 (7)

  1. 1News - Im Test: Sony Ericsson Cybershot C902
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Thema: News - Im Test: Sony Ericsson Cybershot C902

Wackelpudding
13.06.08 14:19

Und wieder ein Sony-Ericsson mit einem schlechten SAR-Wert!


sony erricson pro
13.03.09 15:31

das handy is garnich schlecht!ich hab das handy selber,die technik ist besser als bei vielen tausend anderen handys!samsung handys haben eine ziemlich schlechte menüführung,nokia ist nure in einfaches handy und lg....will ich garncih reden.warum sollte es schlecht sein wenn es eine toptechnik bietet ?


wolf v. baden
22.05.09 11:14

hallo

zum thema sony ericsson generell

ich hatte ein anderes älteres modell eines anderen herstellers (nokia) welches (trotz bj 2004) wesentl. mehr funktionen beinhaltete (u.a stummschaltung bei anruf) als das neue sony ericsson vom jahre 2008...hm...

...all das würd mich nicht so sehr stören wie die ewige wurtslei mit der bild-daten-übertragung welche weder mit der fa eigenen software (sony ericsson pc suite od media manager ) funktioniert !!!

es ist einfach mit KEINER software möglich einfach und problemlos eine datenübetragung zw handy u pc (vista) herzustellen

vielleicht benötigt man andere-s betriebssystem-e (linux, mac ) ?

für tipps immer dankbar, wolf v baden


mettmaxe
16.07.09 12:36

- stummschaltung bei anruf geht !

- verbindung mit kabel oder bluetooth funktioniert, probier mal my phone explorer


mr. Tobbs
06.11.09 17:56

Wie viel kostet denn das C 902 wenn man es neu bei Mediamarkt oder Saturn kauft?


Lothar 12
09.11.09 12:08

Ich bin seit einer Woche Besitzer vom Sony Ericsson C 902 habe es neu gekauft,zum Handy selbst kann ich sagen ein rund um gutes Handy ich bin sehr damit Zufrieden.Der Preis ist etwas hoch,jedoch denke ich das dieser gerechtfertigt ist.


pchg
07.03.10 18:48

des ist nicht recht gut da wird der Lautsprecher schnell hin


(7) Kommentare

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