Die German Privacy Foundation-Technik schützt sicher vor Spionage
PrivacyBox macht Verschlüsselung für jeden möglich
Markus Henkel
Die German Privacy Foundation hat gestern, am 09.06.2008, auf einer Pressekonferenz in Kooperation mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten die PrivacyBox vorgestellt. Mit diesem Web-Interface können potenzielle Informanten, aber auch Bürger (auf Anfrage) anonym und verschlüsselt Nachrichten an Journalisten versenden.
Bürgerinnen und Bürger sollen sich schützen
Der aktuelle Skandal um die Datenspionage bei der Telekom, aber auch die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung haben gezeigt, dass Journalisten, aber auch die Bürger selbst die Möglichkeiten haben müssen, ihre Daten, gegenüber Dritten zu schützen. Bei Journalisten ist es vor allem wichtig, deren Informanten und die mit ihnen geführte Kommunikation zu sichern. Genau das soll die PrivacyBox leisten können.
Technische Vorkenntnisse seien nicht erforderlich - weder beim Empfänger noch beim Sender. Der Programmcode ist Quell-offen, also Open Source, dazu kostenlos und steht auf Nachfrage nicht nur Journalisten zur Verfügung. Dr. Alexander Dix, der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, wünschte sich, dass viele Bürgerinnen und Bürger eine derartige Möglichkeit nutzen, sicher und anonym zu kommunizieren.
PrivacyBox stärkt die Pressefreiheit
Ab jetzt sei es nicht mehr möglich, einen Whistleblower oder Informanten der Medien zu identifizieren, auch wenn dessen Unternehmen versuche, ihn auszuspionieren. Die PrivacyBox stärke die Pressefreiheit und den Pressegeheimnisschutz, so Burkhard Schröder, Journalist und Vorstandsvorsitzender der German Privacy Foundation. Der Informatiker Karsten Neß, Mit-Entwickler der PrivacyBox, kündigte an, dass man ab 2009 zwar gesetzlich verpflichtet sei, die Rechner-Adressen der Nutzer der PrivacyBox zu speichern, doch sei es jedoch möglich, auch diese IP-Adresse zu anonymisieren.
Seit Oktober 2007 informiert der gemeinnützige Verein über die Möglichkeit der sicheren Kommunikation im Internet und setzt auf Aufklärungsmaßnahmen, wie beispielsweise Weiterbildungsangebote. Mit diesem Engagement sind sie nicht alleine: So verfolgen auch der Chaos Computer Club und der FoeBuD diese Aufklärungsstrategien. Alle zusammen verschlüsseln schon lange ihre komplette Kommunikation, meist per Pretty Good Privacy (PGP) - und wenn man sich die Datenskandale anschaut, ist das auch nötig. Ob der einfache Bürger jedoch, sprich der User, seine Verkehrsdaten verschlüsseln wird, bleibt abzuwarten.
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