Cyber-Verbrechen: "Ein stetiges Katz-und-Maus-Spiel"

Cyber-Verbrechen: "Ein stetiges Katz-und-Maus-Spiel"

Von den Rohdaten wird dann ein Image im RAW-Format gezogen, das dann zur Analyse herangezogen wird. Gespeichert werden diese Daten dann mindestens fünf Jahre. Als Software setzen wir unter anderem EnCase-Forensics oder XWays-Forensics sowie WinHex und Sleuthkit Autopsy für Linux ein.

netzwelt: Herr Schwarze, abschließend noch eine Frage: Wie lange sind die Daten eigentlich auf einer handelsüblichen Festplatte nachzuweisen oder muss die Festplatte geschreddert werden, um die Daten komplett zu vernichten?

Thomas Schwarze: Nach meiner Einschätzung ist es nicht möglich, überschriebene Daten auf Festplatten im verhältnismäßigem Rahmen lesbar zu machen. Es ist zwar mathematisch möglich, aber praktisch nicht, weil man zu viel Zeit zur Analyse benötigt, da eine normale Festplatte bereits Datenmengen im Giga- und Terabytebereich speichern kann.

Fehlermeldung am Bildschirm
Selbst bei der Polizei läuft nicht alles fehlerlos.

Allerdings sind die Daten, die auf Disketten, Scheckkarten, Camerachips oder ähnlichem gespeichert und dann gelöscht wurden, immer wieder sehr leicht herstellbar. Wenn der Verbraucher jedoch ganz sicher gehen will, dass seine Daten gelöscht werden, dann muss er den Datenträger zerstören.

Prinzipiell ist es so, dass die Forensik immer irgendwo Spuren findet, weil die Systeme heutzutage so komplex sind, dass immer etwas vorhanden ist, was ausgelesen werden kann und damit Aussagen über das Nutzungsverhalten des Users zulässt.

netzwelt: Herr Schwarze, vielen Dank für das Interview.

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