Internet-Sicherheit: Experten schlagen Alarm
ICANN will gegen Spammer vorgehen
Der eingangs erwähnte Akamai-Report ergänzt das Bild mit weiteren Zahlen. Die meisten Malware-Angriffe, etwa 30 Prozent, kamen bisher aus China und USA. Fatal: Da offenbar viele Rechner immer noch nicht durch aktuelle Virendefinitionen geschützt sind, sind auch Uralt-Viren und Würmer unterwegs, die eigentlich längst schon unschädlich sein sollten.
Doch nun beginnt sich Gegenwehr zu formieren. Das Anti-Spam-Projekt "Knujon" (umgekehrt gelesen: "no junk") hat herausgefunden, dass 90 Prozent der Domains, die durch Spam unangenehm auffallen, bei nur 20 Registraren gemeldet sind. Knujon hat dementsprechend eine Rangliste der zehn Registrare aufgestellt, die sich in dieser Disziplin am meisten hervorgetan haben. Die drei Spitzenplätze belegen Firmen aus China. Doch auch ein deutscher Anbieter ist darunter, die Düsseldorfer Firma Joker, die laut Knujon 636.431 Domains vergeben hat.
Derlei Missbrauch hat die Internet-Verwaltung ICANN auf den Plan gerufen, die Registrare auffordert, ihre Whois-Datenbanken zu aktualisieren, um den Spam-Übeltätern leichter auf die Spur kommen zu können.
Die OECD fürchtet, dass die Malware-Attacken die Internet-Wirtschaft immer stärker beeinträchtigen. Daneben beklagt die Organisation, dass die Gegenmaßnahmen zumeist nur auf bestimmte Regionen begrenzt seien. Die Autoren fordern deshalb eine globale "Anti-Malware-Partnerschaft", an der sich Regierungen und Privatwirtschaft gleichermaßen beteiligen sollen. Der OECD-Report wird bei einem Minister-Treffen zur Zukunft der Internet-Wirtschaft am 17 und 18. Juni in Seoul diskutiert. Dann werden hoffentlich auch ein paar konkrete Maßnahmen ergriffen.
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