Botnets, Spam, Viren
Internet-Sicherheit: Experten schlagen Alarm
Mehmet Toprak
Früher sprach man nur vom Bericht zur Lage der Nation, heute ist der Bericht zur Lage im Internet dazugekommen. Zum Ende des ersten Quartals 2008 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein "Internet-Lagebild" veröffentlicht. Einen ähnlichen Bericht mit dem Titel "State of the Internet" hat der Netzanbieter Akamai verfasst. Von höchst offizieller Stelle schließlich kommt der 106-seitige Bericht, den die OECD gerade vorgelegt hat. Titel des voluminösen Werks: "Malicious Software: A Security Threat to the Internet Ecomomy".
Der Tenor aller drei Schriften ist der gleiche. Angriffe aus dem Web bedrohen die Internet-Wirtschaft immer stärker. Unternehmen sind gut beraten, nicht nur ihr Firmennetzwerk, sondern auch ihre Website gegen Malware-Angriffe zu schützen.
Dem OECD-Report zufolge ist in den USA bereits jeder vierte PC mit Malware infiziert. 80 Prozent aller Spams werden von einer Armee von "Zombie-PCs" verschickt. Die Botnets werden auch dazu genutzt, um kommerzielle Websites mit sinnlosem Anfragen lahmzulegen. Die bisher größten Botnets umfassten mehr als eine Million Rechner. Der Trend geht hier aber zu kleineren und deshalb nicht so leicht aufzuspürenden Botnets.
Laut BSI lag der Anteil von Spam-Mails im ersten Quartal bei rund 42 Prozent. Die EU-Organisation ENISA (European Network and Information Security Agency) schätzt, dass der durch Spam verursachte finanzielle Schaden 2007 allein in Europa bei 27 Milliarden Euro lag.
Drive by Download
Die Gefahr durch Botnetze, Schadprogramme und Phishing zu Schaden zu kommen, ist dabei immer noch sehr hoch. Zwar nimmt laut BSI die Verbreitung von Schadcode per E-Mail etwas ab. So war im ersten Quartal 2008 nur noch eine von 255 Mails in Deutschland infiziert. Dafür entwickelt sich Drive-by-Download zum Hit unter den Cyber-Gangstern. Dabei wird das arglose Opfer meist per Mail auf eine infizierte Webseite gelockt.
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