Plattenlabels gehen Deal mit Musikportal ein und hoffen auf Gewinn
Kostenlos durch Werbung: Spiralfrog bietet Musik von EMI an
Markus Henkel
SpiralFrog, ein Musik- und Video- Anbieter aus Los Angeles, wird in Kürze seinen Inhalt mit Coldplay, Keith Urban und anderen bekannten Größen der Szene erweitern. Ein abgeschlossener Deal mit EMI-Music macht dies möglich: Alle Downloads sollen auch weiterhin kostenlos zur Verfügung stehen und über Werbung finanziert werden. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt.
Der gravierende Haken
Der EMI-Deal gibt SpiralFrog-Nutzern den Zugang zum Inhalt von zwei der vier großen Plattenfirmen. Schon im September 2007 machte das Unternehmen auf sich aufmerksam, als man mit Universal Music Group einen Deal eintütete. Joe Mohen, Chef und Gründer von SpiralFrog, war sehr angetan von dem Deal und ließ verkünden, dass der Inhalt auch weiterhin zunehmen werde. Laut Mohen ist schon jetzt zu erkennen, dass User auf die Website gingen, um zu schauen, wie groß tatsächlich der Inhalt geworden ist.
Das durch Werbung finanzierte Portal ermöglicht es vorerst nur Nutzern aus den USA und Kanada, Audio-Tracks und Musik-Videos herunterzuladen. Die Besucher müssen sich erst auf dem Portal anmelden, um in den Musikgenuss zu kommen. Dazu wird es Pflicht sein, in bestimmten Zeitabschnitten die Seite zu besuchen. Da alle Rechteinhaber und beteiligten Unternehmen ausschließlich über die Werbung entlohnt werden, ist das auch nachzuvollziehen. Aber für kostenlose Musik sollte dies das kleinste Hindernis sein.
Der weitaus größere Nachteil besteht in der Abspielmöglichkeit. Hier hat man anscheinend einen Vertrag mit Microsoft abgeschlossen: SpiralFrog-Downloads sind demnach nicht kompatibel mit Apple-Computern und den dazugehörigen iPods. Die Musik- und Video-Files können daher nur auf bestimmter Software von Microsoft abgespielt werden und dieses erinnert schon etwas an das Dilemma mit dem Digital-Rights-Managment (DRM).
Weitere Deals geplant
Das Unternehmen verfolge nun auch Deals mit den verbleibenden großen Plattenfirmen - mit der Warner Music Group und mit Sony BMG Music Entertainment. Laut SpiralFrog will das Unternehmen wachsen und über diese Deals an noch mehr Kunden kommen. Mit dem neuen und vergrößerten Musik-Katalog scheint das auch zu klappen. Die Labels gehen diese neuen Kooperationen aber nicht ohne Grund ein.
So sind in den letzten Jahren die Verkaufszahlen drastisch gesunken. Universal Music verbuchte noch 31,2 Prozent aller US-Album-Verkäufe des letzten Jahres. EMI kam dagegen nur auf 8,7 Prozent. Independent-Labels haben die Marktlücke für sich schon entdeckt und arbeiten seit Jahren mit SpiralFrog zusammen. Immerhin konnten sie trotz kostenloser Musik 14,1 Prozent des Marktes behaupten.
SpiralFrog bietet zurzeit mehr als 1,1 Millionen Titel und 4.000 Musik-Videos an, wobei EMI noch nicht zum Inhalt gehört. Aber schon in wenigen Wochen soll der EMI-Inhalt mit einfließen. Mohen möchte bis Ende des Jahres sogar die meisten großen Labels zusammen mit deren Katalogen in die Website integrieren, um dann spätestens ein Jahr später den ersten Gewinn einzufahren.
Weitere Artikel zum Thema
-
Spiralfrog im Test: Kostenloser Musik-Download
Musikdownloads kostenlos und werbefinanziert
-
We7: Werbefinanzierte Musik ohne Kopierschutz
Peter Gabriel startet neue Online-Musikplattform
-
MySpace: Soziales Netzwerk wird Musik-Shop
Joint-Venture mit Sony BMG, Universal Music und Warner Music
Links zum Artikel
Mehr über: Downloads, MP3, Plattenlabels, EMI, Sony
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Kostenlos durch Werbung: Spiralfrog bietet Musik von EMI an
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben








