Private Straßen sollen privat bleiben - auch im Internet
Stadt in den USA wehrt sich gegen Google Street View
Yasmin Kötter
North Oaks, eine Kleinstadt in Minnesota, USA, hat sich aus Googles Street View entfernen lassen. Die in der 360-Grad-Ansicht gezeigten Straßen seien Privatbesitz und Unbefugte hätten kein Recht, diese im echten Leben oder mit dem Dienst Steet View im Internet zu erkunden, so der Bürgermeister.
Google Street View zeigt Großstädte aus der Sicht eines Autofahrers. Internetnutzer können so in einer Rundumansicht amerikanische Städte erkunden. Im Falle von North Oaks hat das für Aufsehen gesorgt.
Die private Gemeinde hatte im Januar einen Beschwerde-Brief an Google geschickt. Darin hatte sie verlangt, dass alle Straßenansichten des Dorfes entfernt werden - für Google der erste Vorfall dieser Größenordung. Für gewöhnlich melden sich lediglich Einzelpersonen bei Google, die ihre Häuser nicht im Internet sehen möchten, aber keine Gemeinden. Ein Pärchen aus Pittburgh beispielsweise hatte Google wegen Fotos verklagt, die von einem Privatweg vor ihrem Haus geschossen wurden.

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Die Grenze ist eindeutig zu erkennen - die Bewohner von North Oaks möchten unbeobachtet bleiben.
(Klick vergrößert.)
Der Bürgermeister von North Oaks zeigte sich im Interview mit der Zeitung Star Tribune entschlossen. Die Bewohner wollten mit der Forderung nicht die Welt von sich fernhalten, die Google-Mitarbeiter hätten schlicht und einfach keine Befugnis gehabt, die Straßen zu befahren. Damit sei auch das Veröffentlichen der Straßenansichten bei Street View ordnungswidrig.
Das Orts-Eingangsschild von North Oaks spricht eine eindeutige Sprache: "No Trespassing", zu deutsch "Unbefugter Zutritt verboten". Kein Wunder also, dass Google der Forderung schnellstmöglich nachkam. Die Gemeinde hatte mit einer Gerichtsvorladung gedroht. North Oaks lässt sich nun nicht mehr am Bilschirm erkunden. Lediglich die Zufahrtsstraße ist noch bei Street View abrufbar.

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Dieses Schild haben Google-Mitarbeiter wohl übersehen. Quelle: Star Tribune
Wie der Star Tribune berichtet, rief die Einführung von Street View im Frühling letzten Jahres schon mehrfach Diskussionen mit der Regierung hervor. Das Pentagon beispielsweise verbot Google, Fotos von militärischem Gelände zu schießen. North Oaks reiht sich nun in die Liste an Landstrichen ein, die sich in Street View nicht abfahren lassen.
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