Sagenhafter Komfort, lästige Macken
Diktieren am PC: Dragon Naturally Speaking im Test
Entspannt zurücklehnen. Alle Texte ins Mikrofon diktieren und zusehen, wie sich Sekunden später der Bildschirm mit Text füllt. Und dazu per Sprachbefehl die Texte korrigieren, durch Menüs navigieren oder Windows-Fenster öffnen und schließen und im Internet surfen. Spracherkennung am PC verspricht dem Anwender einen sagenhaften Komfort. Wellness am Arbeitsplatz.

Inhaltsverzeichnis
- 130 Minuten für Installation und Training
- 2Diktieren in Word
- 3Perfektion ist nicht möglich
- 4Flüssige und intuitive Bedienung
- 5Diktieren will gelernt sein
- 6Tipps & Tricks fürs Diktieren am PC
- 7Wer braucht Spracherkennung?
Die Erfahrungen allerdings, die viele Anwender in der Vergangenheit mit Spracherkennung machen mussten, lassen sich in drei Phasen unterteilen. Phase 1: Hurra, es funktioniert. Phase 2: Ernüchterung, die Software macht Erkennungsfehler, das Headset drückt auf die Ohren. Phase 3: Der Anwender hat die Nase voll, die Software fliegt in die Ecke.
Sieben Jahre sind vergangen seit meinem letzten Spracherkennungstest. Damals testete ich IBMs Viavoice Pro 8 auf einem 450-MHz-Rechner mit Pentium-III-Prozessor und 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Deshalb war die Spannung groß, als ich Dragon Naturally Speaking Preferred (Version 9.00) von Nuance auf einer Drei-GHz-Maschine mit Pentium IV-Prozessor und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher installierte. Jetzt würde die Post abgehen und die Erkennungsrate knapp an den 100 Prozent vorbeischrammen.
Klar, dass diese hohe Erwartung im Test schnell enttäuscht wurde. Um das Ergebnis vorwegzunehmen. Es hat sich kaum etwas getan in den letzten Jahren. Die Erkennungsraten liegen immer noch bei etwa 95 Prozent, verbessert hat sich auf den aktuellen PCs lediglich die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Trotzdem lohnt sich die Beschäftigung mit der Software, wie der Test zeigt.
30 Minuten für Installation und Training
Etwa zehn Minuten dauert die Installation, inklusive Registrierung und Aktivierung auf der Homepage von Nuance. Anschließend durchläuft man eine Prozedur, bei der das Programm den Mikrofon-Pegel und die Signalqualität testet. Es folgt ein Erst-Training, das nur zehn Minuten dauert. Hier fällt auf, dass sich die Optik von Dragon in den letzten Jahren nicht verändert hat und heute deshalb etwas altbacken wirkt. Egal, es funktioniert ja reibungslos. Allerdings drückt das mitgelieferte Headset.
Jetzt könnte man eigentlich mit dem Diktieren loslegen. Sinnvoll ist aber, sich noch zu gedulden, und ein weiteres, etwa 20-minütiges Training zu absolvieren. Hier ist ein längerer Text vorzulesen, zum Beispiel der Anfang des Romans "Der Stechlin" von Theodor Fontane. Der Wortschatz des 1897 erschienen Textes ist vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß, macht aber nichts. Die Software soll sich in dieser Phase nur an Klang und Intonation des Sprechers gewöhnen. Zuletzt werden die aufgenommenen Sprachdaten des Nutzers analysiert und verarbeitet.


Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 13 Beiträge
Hallo, würde gern wissen, wie aufwändig das Trainieren zu Beginn ist. Ich habe nirgendwo konkretere Infos gefunden. Ich möchte die Software meiner alten Tante schenken, die gern die Erinnerungen ihres Lebens...
benutze DNS seit Jahren, angefangen von der Vers.7; ... es hat sich viel verbessert, auch die Hardware ( Intel CPU's eignen sich für DNS besser, auf einem PC, win 98 XP prof, ist ein Intel Duo-Core T 9400 drin,RAM...
Kann mir jemand sagen, wie groß der aktive Wortschatz ist? D.h. wieviele unterschiedliche Wörter/Tokens kann ich erkennen? Gibt es irgendwo eine genauere technische Beschreibung des Systems? ...
Es würde uns interessieren, wer schon gute Erfahrungen mit NaturallySpeaking im Zusammenhang mit Bluetooth-Headsets gemacht hat. Welcher Hersteller, wie teuer, welcher PC-Stick etc. etc. Vielen Dank.:D:D:D
Sowohl ich wie auch ein Bekannter, der schon länger mit dem Programm arbeitet, sind begeistert von dieser Möglichkeit. Vor dem Kauf der Preferred Wireless-Version ist m.E. allerdings zu überlegen, welche Ansprüche...