Sagenhafter Komfort, lästige Macken
Diktieren am PC: Dragon Naturally Speaking im Test
Mehmet Toprak
Entspannt zurücklehnen. Alle Texte ins Mikrofon diktieren und zusehen, wie sich Sekunden später der Bildschirm mit Text füllt. Und dazu per Sprachbefehl die Texte korrigieren, durch Menüs navigieren oder Windows-Fenster öffnen und schließen und im Internet surfen. Spracherkennung am PC verspricht dem Anwender einen sagenhaften Komfort. Wellness am Arbeitsplatz.
Die Erfahrungen allerdings, die viele Anwender in der Vergangenheit mit Spracherkennung machen mussten, lassen sich in drei Phasen unterteilen. Phase 1: Hurra, es funktioniert. Phase 2: Ernüchterung, die Software macht Erkennungsfehler, das Headset drückt auf die Ohren. Phase 3: Der Anwender hat die Nase voll, die Software fliegt in die Ecke.
Inhalt
- 30 Minuten für Installation und Training
- Diktieren in Word
- Perfektion ist nicht möglich
- Flüssige und intuitive Bedienung
- Diktieren will gelernt sein
- Tipps & Tricks fürs Diktieren am PC
- Wer braucht Spracherkennung?
Sieben Jahre sind vergangen seit meinem letzten Spracherkennungstest. Damals testete ich IBMs Viavoice Pro 8 auf einem 450-MHz-Rechner mit Pentium-III-Prozessor und 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Deshalb war die Spannung groß, als ich Dragon Naturally Speaking Preferred (Version 9.00) von Nuance auf einer Drei-GHz-Maschine mit Pentium IV-Prozessor und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher installierte. Jetzt würde die Post abgehen und die Erkennungsrate knapp an den 100 Prozent vorbeischrammen.
Klar, dass diese hohe Erwartung im Test schnell enttäuscht wurde. Um das Ergebnis vorwegzunehmen. Es hat sich kaum etwas getan in den letzten Jahren. Die Erkennungsraten liegen immer noch bei etwa 95 Prozent, verbessert hat sich auf den aktuellen PCs lediglich die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Trotzdem lohnt sich die Beschäftigung mit der Software, wie der Test zeigt.
30 Minuten für Installation und Training
Etwa zehn Minuten dauert die Installation, inklusive Registrierung und Aktivierung auf der Homepage von Nuance. Anschließend durchläuft man eine Prozedur, bei der das Programm den Mikrofon-Pegel und die Signalqualität testet. Es folgt ein Erst-Training, das nur zehn Minuten dauert. Hier fällt auf, dass sich die Optik von Dragon in den letzten Jahren nicht verändert hat und heute deshalb etwas altbacken wirkt. Egal, es funktioniert ja reibungslos. Allerdings drückt das mitgelieferte Headset.

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Dragons Benutzerassistent hilft beim Positionieren und Einrichten des Mikrofons.
Jetzt könnte man eigentlich mit dem Diktieren loslegen. Sinnvoll ist aber, sich noch zu gedulden, und ein weiteres, etwa 20-minütiges Training zu absolvieren. Hier ist ein längerer Text vorzulesen, zum Beispiel der Anfang des Romans "Der Stechlin" von Theodor Fontane. Der Wortschatz des 1897 erschienen Textes ist vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß, macht aber nichts. Die Software soll sich in dieser Phase nur an Klang und Intonation des Sprechers gewöhnen. Zuletzt werden die aufgenommenen Sprachdaten des Nutzers analysiert und verarbeitet.

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Ein etwa 20-minütiges Ersttraining hilft Dragon, den Anwender besser zu verstehen.
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