IT-Jobs, die Spaß machen
Microsoft ist der beste Arbeitgeber
Mehmet Toprak
Nachrichten zum Thema Microsoft sind meistens schlechte Nachrichten. Schließlich steht der Software-Riese ständig bei Anwendern und IT-Experten in der Kritik. Die Angestellten Microsofts scheinen da eine Ausnahme zu machen. Sie arbeiten gerne bei Microsoft.
Das beweist der Titel "Bester Arbeitgeber Europas" (Kategorie Großunternehmen), den das Unternehmen gerade eingeheimst hat. Vergeben wird der Titel alljährlich vom Institut "Great Place to work", das Top-100-Listen erstellt. Auf den Plätzen zwei und drei nach Microsoft folgen Google und Cisco.
Bei Microsoft nahmen über 7.000 Mitarbeiter aus 14 europäischen Niederlassungen an einer anonymen Befragung zur Unternehmenskultur teil. In Deutschland beteiligten sich 2.228 Angestellte.
Lob bekam die Company vor allem für das lockere Betriebsklima und den Führungsstil. So sei das Führungspersonal für Gespräche offen und ernsthaft an der Meinung der Mitarbeiter interessiert. Weiterer Pluspunkt: Bezahlung und Bonus-System sind transparent und fair. Zudem gibt es keinen Unterschied im Gehalt zwischen Frauen und Männern. Und nicht zuletzt haben die europäischen Microsoft-Mitarbeiter offenbar auch eine Menge Spaß. Es gibt Lounges und Räume, in denen man sich mit Xbox-Games vergnügen kann.
Das Institut Great Place to work verleiht auch Special Awards in einzelnen Kategorien. Den für die höchste Glaubwürdigkeit bekam die Firma Consol Software aus Deutschland. 99 Prozent der Angestellten gaben an, dass das Management "ehrlich und ethisch korrekt" handele.
Der Preis für die fairste Bezahlung ging an die deutsche Niederlassung des Netzwerkriesen Cisco. 94 Prozent der Angestellten fühlten sich gerecht entlohnt. Honoriert haben die Mitarbeiter auch, dass alle Cisco-Angestellten Economy-Class fliegen und das Führungspersonal die Büroräume mit ihren Untergebenen teilt.
In der Kategorie "Wir haben Spaß" heißt der Gewinner Google.
So entstehen die Top-100-Listen
Die Top-100-Listen werden in einem komplexen Verfahren generiert. Das Institut befragt die Mitarbeiter anonym zu ihrem Arbeitgeber. Dabei müssen sie 57 Aussagen über ihre Firma bewerten und Noten vergeben. Die Aussagen werden fünf Hauptkriterien zugeordnet, die für Great Place to Work entscheidend für einen guten Arbeitgeber sind: Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz (sinnvolle Tätigkeit) und Kollegialität. Auf Basis der Noten wird ein Index gebildet. Hinzu kommt der "Culture Audit", in dem der Personalleiter die Grundlagen der Personalpolitik darstellt. Das Unternehmen, das insgesamt die besten Noten bekommt, landet auf Platz eins der Top-100-Arbeitgeber. Die Liste wird jedes Jahr aktualisiert.
2008 Mal wurde das Verfahren erstmals unterteilt in Großunternehmen (500 oder mehr Angestellte) und kleine und mittelständische Unternehmen (50 bis 500 Angestellte). Die Ergebnisse hat jetzt die britische Financial Times veröffentlicht.
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