Microsoft-Interview lässt Revolution bezweifeln
Windows 7: Doch nur ein Vista-Aufguss?
Moritz Zielenkewitz
Mitnichten, wie Sinkofsky darlegt. Auch die kommende Windows-Version werde auf Vista aufsetzen, neue Treibermodelle werde es aus Gründen der Kompatibilität nicht geben. "Memory Management, Networking, Process Management, all of the security hardening" - laut Sinofsky Bereiche, in denen Vista vorbildlich arbeite und als Basis geeignet sei.
Der Kernel von Windows Server 2008, seinerseits eine Weiterentwicklung von Vista, soll das Herzstück von Windows 7 sein. Sinofsky spricht von Evolution, wenn er den Windows-Kernel thematisiert. Offenbar hat die Vorrang vor einer Revolution, die sich die Gemeinschaft seit XP herbeisehnt.
Wie es mit Windows 7 weitergeht
Steven Sinofsky muss sich bewusst sein, dass er mit solchen Aussagen die Angst der Kunden schürt, ein Vista 2.0 vorgesetzt zu bekommen. Ähnliche Kritik musste sich Microsoft bereits zum Start von Windows Vista gefallen lassen, das bis auf optische Spielerei auf den ersten Blick wenig Innovatives gegenüber XP zu bieten hatte.
Aufguss, Detailverbesserungen, Frickelei - das Vokabular der Skeptiker beginnt bereits, sich zu füllen. Microsoft scheint überzeugt zu sein, dass Vista und Server 2008 eine solide Basis bilden, auf dem der Thronerbe Windows 7 wachsen und gedeihen wird.
Doch genau Wachstum ist hier der Knackpunkt: Es hat den Anschein, als würden Microsofts Strategie und der Kundenwunsch auseinanderlaufen. Microsoft preist die Kompatibilität und die gefestigten Strukturen an, Nutzer gieren nach schlankem Kernel und modularem Aufbau. Möglicherweise versucht Microsoft, aus der Not eine Tugend zu machen. Möglicherweise ist Windows mittlerweile wirklich zu verkrustet, um sich mit Version 7 gesund zu schrumpfen.
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