Microsoft-Interview lässt Revolution bezweifeln
Windows 7: Doch nur ein Vista-Aufguss?
Moritz Zielenkewitz
Windows 7 wird - und auch das ist längst keine Unbekannte mehr in der Microsoft-Gleichung - sowohl mit 32- als auch 64-bit ausgeliefert. Sinofsky sieht in der 64-bit-Variante zwar die Zukunft, hält aber aus Gründen der Kompatibilität 32-bit noch für unerlässlich.
Auch entkräftete er die Unterstellung, Hard- und Software-Hersteller als Bürde und notwendiges Übel anzusehen, deren Produkte man unter einen Hut bekommen müsse. Vielmehr seien Drittanbieter der Schlüssel zum Erfolg von Windows und die Kunden würden auch von Windows 7 eine umfassende Kompatibilität erwarten.
Was Microsoft offenlässt
Auf die massive Kritik an Windows Vista wollte Sinofsky verständlicherweise nicht eingehen, der Blick solle auf die Zukunft gerichtet sein. Dass Windows bewegungsunfähig geworden sein soll und vor dem Kollaps stehe, weist er hingegen klar von sich: Das Grafik-Interface, welches bei Vista aus dem Kernel extrahiert wurde, mache seiner Meinung nach die Flexibilität der Programmierung deutlich.
Mit Spannung erwartet werden seit jeher offizielle Informationen zu einem abgespeckten Kernel namens minWin, der gerüchteweise in Windows 7 Einzug halten soll. Auch ein angeblich modularer Aufbau des Betriebssystems, bei dem der Nutzer erforderliche Teile selbst hinzufügen könne, wären ein klares Novum.
Statt Hoffnungsschimmer auf die Gesichter der Windows-Fans zu zaubern, schweigt sich Sinofsky aus. Es sei zu früh, tiefergehende Details zu Windows 7 zu offenbaren, es gehe zunächst um die generelle Ausrichtung des Betriebssystem im bestehenden Programmzyklus.
Wo Microsoft enttäuscht
Eine Bombe lässt Sinofsky dennoch platzen. Zwar wusste niemand so genau, was sich im Detail von Vista zu Windows 7 ändern würde, doch das Versprechen eines "Major Releases" machte ziemlich klar, dass groß angelegte Umstrukturierungen der Programm-Architektur im Gange sein müssten.
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