PC-Spiele: Mainboard-Chip soll Raubkopien verhindern
Knackpunkt Unknackbarkeit
Einzige Bedingung: Die Verbreitung der mit TPM-Chip ausgestatteten Mainboards müsse zunehmen. Speziell die bislang unrentablen Gebiete wie Asien und Indien habe man im Visier: Sobald hier das Raubkopieren der Spiele unmöglich werde, könnten hohe Gewinnsummen aus den Verkäufen erzielt werden.
Der Zeitpunkt einer solchen Technologie ist laut Bushnell so drängend wie nie zuvor: Das Knacken von Spiele-Verschlüsselungen sei der Hauptgrund, warum etablierte Hersteller wie id, Epic oder Crytek sich immer mehr den Konsolen zu- und dem PC-Markt abwenden würden.
Wie ein Kartenhaus
Zwar präsentiert Bushnell TPM als eine neue und zukunftsweisende Technologie, dem ist allerdings nicht so: Trusted Platform Modules sind bereits auf einigen Mainboards verbaut und über das BIOS deaktivierbar. Auf dieser freiwilligen Basis ist auch die Akzeptanz der Käufer durchaus gegeben.
Um TPM also nach den Vorstellungen des Atari-Gründers nutzen zu können, dürfte die Verschlüsselung entweder nicht abgeschaltet werden können oder PC-Spiele müssten ein aktiviertes TPM einfordern, um gestartet werden zu können. Valves Spiele-Plattform Steam nutzt vergleichbare - wenn auch Software-seitige - Kontrollmechanismen.
Ebenfalls fraglich dürfte das Einverständnis der Mainboard-Hersteller sein: Ein eingebauter TPM-Chip, der einzig dem Raubkopieren von PC-Spielen entgegenwirken soll, wird das jeweilige Mainboard deutlich unattraktiver dastehen lassen. Das wissen auch die Hersteller: Sobald sich hier ein geringer Prozentsatz gegen den Einbau weigert, könnten die Verschlüsselungspläne wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.
