Der Montagmorgen aus Sicht der netzwelt

Internet & Netzwelt: Frauen-Power im IT-Business

Frauen-Power im IT-Business Netzwelt-Leser wissen, was ihnen Montagmorgens Kraft für die ganze Woche gibt. Heute holen wir uns die Motivation aus dem Thema Nummer eins: Frauen und Computer. Ein Thema, in dem es für Männer außer dem Tritt ins Fettnäpfchen nichts zu gewinnen gibt. Darum traut sich auch niemand darüber zu berichten.

Schmählich missachtet von der gesamten IT-Journaille wurde zum Beispiel die glorreiche Pressemitteilung, dass HP den Frauenstudiengang eBusiness der Hochschule Furtwangen mit Notebooks im Gesamtwert von rund 10.000 Euro unterstützt. Das sind ja mindestens zehn Notebooks. Das reicht dicke, um "junge Frauen für ein Informatikstudium begeistern und so den Frauenanteil unter den IT-Professionals zu erhöhen".

Werbung

Im Jahr 2007 lag der Anteil der weiblichen Studienanfänger im Fach Informatik bundesweit bei erbärmlichen 17 Prozent. "Für den Erfolg unseres Unternehmens ist es wichtig, dass wir in der Lage sind, genügend Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Dies ist eines der Ziele unseres Diversity-Programms", sagt Eva Fänger, Diversity-Managerin bei HP. Diversity steht bei HP für Vielfalt in der Mitarbeiterstruktur.

Lernmethoden speziell für Frauen

Neugierig macht allerdings die Bemerkung, dass die Lernmethoden speziell auf Frauen ausgerichtet seien. Was in Alice Schwarzers Namen bedeutet das genau? Auch Sun Microsystems weiß, was sich im Zeitalter der Political Correctness gehört und meldet stolz, dass fünf Mitarbeiterinnen prestigeträchtige Auszeichnungen gewonnen haben. Beispielsweise Susan Landau, die den Women of Vision Award des Anita Borg Institute einheimste.

Wie wichtig die Frauen für den Unternehmenserfolg sind, zeigt laut einem Bericht des britischen Newsdienstes Computing eine Studie der Universität Helsinki. Demnach steigt der Unternehmensgewinn um zehn Prozent, wenn eine Frau als CEO wirkt oder im Aufsichtsrat sitzt.

Männer können dazu nur heftigst und beifälligst nicken. Man hört ja immer wieder, dass Frauen im gleichen Job doppelt so gut sein müssen wie Männer. Eine Erkenntnis, die der Autor dieser Zeilen aus eigener Erfahrung gerne bestätigt. Zu Zeiten als er noch einer ordentlichen Arbeit nachging, gab es eine Mitarbeiterin, die fast doppelt so gut arbeitete wie er. Leider nur "fast", deshalb durfte er den Chef spielen. Seine Vorgesetzte wiederum machte ihren Job viermal so gut wie er. Dann aber hat er in typisch männlicher Selbstüberschätzung und machohafter Unfähigkeit die ganze Firma ruiniert.

IT-Karriere beim BKA

Das ist übrigens die beste Gelegenheit mit einem uralten Vorurteil aufzuräumen. Nämlich, dass Frauen nichts von Technik verstünden. Sie lernen Italienisch, Spanisch und studieren tibetische Grammatik. Aber zu blöd, um einen Staubsaugerbeutel zu wechseln? Niemals. Die Wahrheit ist: Frauen sind einfach zu faul, die Bedienungsanleitung zu lesen. Warum sollten sie auch, wenn Männer das für sie erledigen? Sie tun das, um zu zeigen, wie toll die Maschinenwelt blinkt und rattert, wenn man eifrig Knöpfchen drückt.

Wer jetzt als Frau diesen Montagmorgen aus Sicht der netzwelt bis zum letzten Fettnäpfchen durchgehalten hat, wird mit einem Karriere-Tipp belohnt. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden sucht eine IT-Fachkraft in der Administration. Die Kriminaler sind besonders an Bewerbungen von Frauen interessiert. Bravo! Sie finden die Stellenanzeige auf der Job-Seite des BKA.

Eine weiblich beschwingte Arbeitswoche wünscht die netzwelt - die selbstverständlich restlos alle Schlüsselpositionen mit Frauen besetzt hat. Der Rest? Eifrige Knöpfchendrücker…

Links zum Thema

Kommentieren