Kopierschutz adé: Napster greift iTunes an
Konkurrenzkampf bahnt sich an
Letzterer wird sich aber nicht allzu sehr darüber freuen, galt Apples iTunes doch als der bislang größte Musikdienst. So ist ein bestimmtes neues Feature auch eine klare Kampfansage in Richtung Steve Jobs: Napster bietet schon jetzt für iTunes eine automatische Integration der Songs an. Der Dienst wird damit wohl zum Konkurrenten Nummer eins - auch weil Apple zurzeit seine Songs mit dem Haus-eigenen Faiplay-Kopierschutz ausgestattet hat. Dieser ermöglicht die Wiedergabe nur mit Apples iPod oder dem iPhone.
Napster: Eine bewegende Geschichte
Viele damalige Kritiker werden wahrscheinlich etwas stiller und vorsichtiger argumentieren, wenn sie über Napster berichten. Vor einigen Jahren machte sich Napster als P2P-Tauschbörse einen zweifelhaften Namen. Nach fast endlosem juristischen Hin und Her wegen Urheberrechtsverletzungen musste die Tauschbörse schließlich dicht machen.
Nach einem unglücklichen Versuch der Übernahme durch Bertelsmann war eine Schadenersatzforderung von ungefähr 400 Millionen Dollar fällig. Das Unternehmen Roxio war es schließlich, das die Namens- und Markenrechte an Napster erwarb. Shawn Fanning bekam wohl eine nette Abfindung und danach begab sich Napster schließlich auf die Pfade eines Bezahl-Services.
Napster musste viel durchmachen.
Kampf um die MP3-Spitze
Mit dem neuen Angebot hat sich Napster wieder in die erste Riege der Musikdienste katapultiert. Der Musikdienst ist mit seinen über sechs Millionen Songs einer der ganz Großen und damit auch eine finanzielle Gefahr für Apple und Co. Durch die Betriebssystem-Neutralität ist zudem neuer Schwung bei der Kundengewinnung zu erwarten.
Wann der komplette Dienst mit DRM-freien MP3s auch in Europa und damit in Deutschland angeboten wird, ist noch nicht bekannt. Aber das wird aus finanzieller und damit auch lukrativer Sicht wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit sein.

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