Mit sechs Millionen DRM-freien Songs zum Apple-Feind
Kopierschutz adé: Napster greift iTunes an
Als Shawn Fanning 1998 seine P2P-Musiktauschbörse entwickelte, hätte er sich wohl nie erträumt, dass der Musikdienst mal zu den ganz Großen gehören würde. Der Traum ist wahr geworden: Über sechs Millionen DRM-freie Songs hat Napster jetzt im Programm.

Inhaltsverzeichnis
- 1WMA-Format bald Geschichte?
- 2Napster für alle
- 3Konkurrenzkampf bahnt sich an
- 4Napster: Eine bewegende Geschichte
- 5Kampf um die MP3-Spitze
Der Kopierschutz Digital Right Managment (DRM) ist in den letzten Monaten immer wieder in die Kritik geraten, viele Musikdienste bieten daher seit geraumer Zeit wieder die DRM-freien und damit kundenfreundlichen Songs an. Neu ist bei Napster auch das Format, das eigentlich schon ein alter Hase ist: Die Songs liegen als MP3 vor und sind mit 256 Kilobit pro Sekunde kodiert. Sie kosten pro Stück 0,99 US-Dollar. Dieses geht aus der aktuellen vorliegenden Meldung von Napster hervor.
WMA-Format bald Geschichte?
Der Nutzen von Napster ist aber fraglich: So sind die MP3-Titel je nach Vorgaben der Copyright-Inhaber nur als Teil eines Albums erhältlich. Dazu gilt das Angebot zurzeit nur für die Einwohner der USA. In Deutschland werden weiterhin DRM-geschützte Titel angeboten - und das nur in Microsofts WMA-Format. Diese Titel sind nicht nur geschützt, sie können auch nur in Playern abgespielt werden, die das beschriebene Rechtemanagement unterstützen - vornehmlich der Windows Media Player..

Napster: Kopierschutz-freie MP3 für (fast) alle.
Aber ansonsten liest sich das Angebot wirklich gut, der Service scheint wieder mehr an Einfluss zu gewinnen. Denn der Wechsel zum MP3-Format verschafft Napster eine neue schlagkräftige Ausgangsposition in Sachen Musikdienst: Die ungeschützten Titel können nämlich in fast allen verfügbaren Playern oder MP3-fähigen Handys abgespielt werden. Auch können Käufer sie beliebig auf CD oder anderen Datenträger brennen oder kopieren.
Die hohe Kodierung von 256 Kilobit pro Sekunde sorgt zudem für ein besseres Klangerlebnis und weist damit schon jetzt einige andere Musikdienste in die Schranken. So gilt in den Musikdienstkreisen noch immer der Standard von 128 Kilobit pro Sekunde. Das Einbetten von Musikcovern bleibt allerdings weiterhin mit einer Auflösung von 1.000 mal 1.000 Pixeln der gewohnte Standard - aber auf jeden Fall ausreichend.
Napster für alle
Der Service des Musikdienstes spricht nun auch die Nicht-Windows-User an. Durch den Wechsel zu MP3 und den Verzicht auf Kopierschutz vereinfacht Napster damit den Musikeinkauf und vergrößert seine Möglichkeiten in Sachen Kundengewinnung. So kritisierten Kunden nicht nur den bisher bestehenden Kopierschutz. Vielmehr war Kritik laut geworden, dass nur Kunden mit Windows-Betriebsystemen den Musikdienst nutzen konnten. Nun können Linux- und Apple-User ebenfalls Musik von Napster genießen.

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