P2P per Flash: Das Aus für BitTorrent, Skype und Co.?

Adobes offizielles Statement

In einem kurzen Q&A beantwortet er Unklarheiten zum RTMFP: Ja, die neuen Technologien ermöglichen tatsächlich P2P-Kommunikation über den Flash Player. Ja, der Flash Media Server verwaltet eine Liste von vertrauenswürdigen Clients, die Kontakt zum Netzwerk aufnehmen dürfen. Und ja, eine spezielle ID wird für die nötige Sicherheit sorgen.

Wie vermutet sorgt UDP dafür, dass einzelne Peers über das im Flash Player 10 implementierte RTMFP direkten Kontakt zueinander aufnehmen können. Der Flash Media Server verknüpft die vorher verteilten einzigartigen IDs mit der IP-Adresse der Clients und kümmert sich um die Übersetzung der Netzadressen per NAT.

Auch der Art der versendbaren Daten sind laut Everett-Church keine Grenzen gesetzt: "Ähnlich, wie Mikrofon oder Webcam auf einen Server gestreamt werden können, arbeitet auch der Kontakt mit dem Flash Player." Andere Echtzeit-Anwendungen sollen ebenfalls realisierbar sein.

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Das große Aber

Everett-Church nimmt in seinem Q&A auch konkret Bezug zu "Massive File-Sharing Applications", wie er sie nennt - also den großen P2P-Netzen, welche aktuell verwendete Programme obsolet erscheinen lassen könnten. Die ernüchternde Antwort: Nein, der Flash Player 10 wird das nicht können.

Laut Everett-Church erforderten solche Anwendungen die Möglichkeit, permanent große Mengen an Daten auf die Festplatte zu schreiben und von dort zu lesen. Um Filesharing im klassischen Sinne zu realisieren, müssten die erforderlichen Daten dauerhaft im temporären Speicher, also dem RAM des Computers, lagern. Das wäre nicht nur unpraktisch, sondern technisch nicht machbar.

Potenzial blitzt auf

Keine unmittelbare Gefahr für BitTorrent und Co. also und auch keine Revolution der P2P-Handhabung. Dennoch wird durch ein Protokoll wie RTMFP deutlich, welches Potenzial ein eigentlich so alltägliches und kaum beachtetes Programm wie der Adobe Flash Player bietet.

Und glaubt man Adobe, sind Video- und Audio-Streams absolut im Rahmen des Möglichen - und damit auch VoIP im kleinen Kreis. Es hängt jetzt an Drittanbietern, kreative Ideen zu etablieren, welche die Möglichkeiten von Flash Player und Flash Media Server ausschöpfen können.

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