Kostenlose Videostreams zeigen die quelloffene Welt
Linux-Tag: Auch für Windows-User interessant
Linux erarbeitet sich stetig seinen Platz in der IT-Welt. Einige haben die Vorteile dieser Open-Source-Software bereits erkannt und auf das effektive System gewechselt. Der alljährliche Linux-Tag soll hier zusätzlich Pionierarbeit leisten, diesmal werden Live-Streams der Vorträge angeboten.
Das, was die großen OS-Hersteller rund um Apple und Windows seit Jahren versuchen, schafft Linux meist mit Leichtigkeit. Jahrelange Entwicklungsphase für ein Programm - Fehlanzeige. Um dieses Netzwerk nicht einschlafen zu lassen, um auch mal die Linux-Freaks persönlich kennen lernen zu dürfen, veranstaltet die so genannte Linux-Gemeinde jedes Jahr den Linux-Tag.
Videostreams für zu Hause
Wer nun keine Zeit findet, diesen Event zu besuchen, kann getrost zu Hause bleiben: Die gesamte Veranstaltung wird komplett per Videostream übertragen. Die Zeitschrift Linux-Magazin überträgt auf ihrem Portal für alle Interessierten die internationalen Keynotes vom Linuxtag 2008. Vom 28. bis zum 31. Mai sind dort alle Videos jeweils von 13 bis 15 Uhr kostenlos und frei verfügbar.
Am Mittwoch startet Aaron Seigo, Vorsitzender des Vereins KDE e.V., mit einem Vortrag über das Einbinden von Web-2.0-Angeboten in einem modernen Open-Source-Desktop. Andere Vorträge werden sich beispielsweise rund um den Linux-Kernel drehen. Hierbei wird David S. Miller, Kernel-Entwickler bei Red Hat, in einem Rückblick die Entwicklung der CPU-Architektur von den Anfängen bis zu den heutigen Mehrkernprozessoren beleuchten. Er will dazu einen Ausblick wagen, wie sich die zukünftige Netzwerkachitekturen die neue Hardware zunutze machen können.
Am Freitag, den 31. Mai, wird dann zum Abschluss der Debian-Gründer (Debian ist eine Linux-Distribution) Ian Murdock in seiner Funktion als Vizepräsident der Abteilung für Entwicklung und Community-Marketing der Firma Sun über das Zusammenspiel von Unternehmen, der Gemeinschaft und Technologie sprechen.
Linuxtag auch für Windows-User interessant
Diese und andere informative Themen werden auf dem Linux-Tag beschrieben und meist nach den Vorträgen kritisch diskutiert. Die Videostreams haben einen sehr hohen Informationswert und sind nicht nur etwas für Linux-Anwender: "Die Vorträge sind auf die gesamte Open-Source-Gemeinschaft gemünzt. Sie sind also auch für Windows-User von Bedeutung", betont Hendrik Däschner, Projektmanager beim Linux-Magazin, gegenüber netzwelt.
Gerade die Diskussionen haben zum einen den gewünschten Unterhaltungswert, zum anderen einen beispiellosen Lerneffekt. Wer sich für Linux interessiert, es schon nutzt oder eine Zweitinstallation plant, kann sich mit den Videos ein schönes Bild rund um die Linux-Gemeinde machen.
Dass die Streams nicht nur für Linux-Anwender geplant sind, zeigen die Java-Plugin-Alternativen der Website selbst. Hier stehen auch Varianten für Windows bereit.

Linux-Anwender, die gelegentlich mit einem Windows-Programm arbeiten wollen, können sich freuen: Wine 1.0 ist fertig. Mit der Software laufen Programme wie Microsoft Office, Photoshop oder Lotus Notes auch auf Linux-Rechnern. Der Release-Kandidat für Wine war erst vor wenigen Wochen, Anfang Juni, fertiggestellt worden. Wine 1.0 kann kostenlos heruntergeladen werden, zunächst nur als Quellcode, die Binärpakete sollen folgen.
Linux ist kostenlos. Daher ist die Frage, was die Entwicklung des Tux-OS gekostet hätte, eigentlich müßig. Die Linux Foundation wollte es aber trotzdem wissen und gab eine Studie in Auftrag, deren Ergebnisse jetzt vorliegen.
Nach 20 Jahren im Duell mit Microsoft sieht Jim Zemlin, der Chef der Linux-Stiftung, den Rivalen aus Redmond als geschlagen an. Er beherrsche nur noch den mittlerweile unbedeutenden Desktop-Bereich.
Wer das Betriebssystem Debian einsetzt, bekommt bisher ein reinrassiges Linux-System. Das könnte sich bald ändern: Mit dem GNU-Projekt Hurd setzt ein neuer Kernel zum Sprung in die Distribution an.
Knapp ein Jahr nach der Akquisition von Attachmate hat die Nürnberger Firma Suse das zweite Service Pack für Suse Linux Enterprise vorgestellt. Wer das Betriebssystem auf Desktop oder Server einsetzt, kann sich über einen aktuellen Kernel und ein leistungsfähigeres Dateisystem freuen.




