KI in Second Life: Mensch versus Maschine

Erster Test beweist seine Intelligenz

Das soll sich aber schnell ändern: Bringsjord füttert zurzeit seinen EDD und damit seine geistigen Leistungen über mehrere Workstations, welche nicht mit den Second-Life-Servern verbunden sind. Die Daten müssen alle noch separat überspielt werden. In Kürze sollen die Berechnungen daher von einem Supercomputer vom Forschungs-Sponsor IBM Corp unterstützt werden.

Diese Supercomputer können die gesamte Leistung übernehmen und die KI-Forschung durch parallele Berechnungen beschleunigen - es werden dabei die gleichen Rechnungen immer wieder von mehreren Prozessoren übernommen. Parallele Berechnungen sind in der KI-Forschung ein Muss, sparen sie doch viel Zeit und Geld. Bringsjord ist sich sicher, dass er es durch die schnelleren Berechnungen endlich schaffen kann, die zurzeit noch sehr visionäre Vorstellung von Bewusstsein und Emotionen bei Maschinen in die Tat umzusetzen.

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In einem ersten Test hat EDD seine schon jetzt vorhandene Intelligenz unter Beweis stellen können. Er war zusammen mit zwei anderen Charakteren in einem Raum und hat folgende Aufgabe gelöst: Vor ihm standen zwei Koffer auf einem Tisch, der eine rot, der andere grün. Hinter dem Tisch standen die zwei besagten Charaktere und in dem einen der Koffer lag dazu eine Pistole. Während der eine Avatar, Bin Distrib, nach draußen gebeten wurde, legte der andere, CrispyNoodle, die Pistole vom roten Koffer in den grünen Koffer.

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EDD in der Praxis: "Er entscheidet sich für den roten Koffer"

Nun wurde der andere Avatar wieder in den Raum gerufen und beide Koffer waren jetzt verschlossen. EDD beantwortete nun folgende Frage richtig: "EDD, für welchen Koffer müsste sich Bin Distrib entscheiden, wenn er die Pistole erhalten möchte?" EDD:" Für den roten Koffer." Dieser Test zeigte den Wissenschaftlern, dass EDD die denkbaren Handlungsmöglichkeiten anderer einschätzen kann. Tatsächlich müsste sich Bin Distrib für den roten Koffer entscheiden. In diesem lag schließlich noch die Pistole, bevor er den Raum verlassen musste.

Für Second Life bedeutet das aber Folgendes: Wenn EDD sich tatsächlich durchsetzen kann, wird das nicht nur eine Revolution in der KI-Forschung beschreiben. Vielmehr müssen die wenigen User sich entscheiden, mit wem sie sich künftig unterhalten wollen: mit der Künstlichen Intelligenz oder dem "wirklichen" User.

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